Stefan Schwiersch DH

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Landkreis 02.12.2017 Von Stefan Schwiersch

Zufälle in der Zeitmaschine

Falls Sie die Ausgabe vom vergangenen Montag verpasst haben: Da hatte ich die HARKE-Zeitmaschine angeworfen und an dieser Stelle erzählt, was denn ein Jahrzehnt zuvor so los war im Sportkreis Nienburg. Der heutige Ausflug in die Vergangenheit geht nicht 10, 15 oder 20 Jahre zurück, sondern gute 25. Ihren Ausgangsimpuls hatte die Reise allerdings erst vor wenigen Tagen. Ein guter Freund aus der Nachbarschaft heiratete und bat mich, wenn ich schon mal dabei bin, ein paar Bilder zu knipsen. Gerne, für eine warme Mahlzeit bin ich relativ einfach zu locken, wenn es nicht gerade darum geht, Klärgruben auszupumpen oder Steuergesetze auswendig zu lernen. Da standen wir nun vorm Markloher Rathaus, und plötzlich fiel mir ein, dass ich irgendwann in einem warmen Monat des Jahres 1992 an genau der selben Stelle stand, um ebenfalls ein frisch vermähltes Paar zu fotografieren: Peter Moritz hieß der Bräutigam, damals die leuchtende Gallionsfigur der hiesigen Schiedsrichter-Gilde, Schiri in der 2. Bundesliga, Assistent in der 1. Liga. Den spektakulären Cadillac, der das Brautpaar abholte, habe ich noch heute vor dem geistigen Auge. Das Foto erschien am nächsten Tag in der „Fußballszene“.

Die Hochzeit vor wenigen Tagen führte nach der Zeremonie direkt zum Schmausen nach Glissen, und wer sitzt da am Tisch zwei Plätze neben mir? Natürlich Peter Moritz. Sah immer noch blendend aus, keine grauen Haare, ganz offensichtlich gut in Form.

Klar ging‘s von da an nur noch um Fußball, um die Situation im Kreisgebiet im Allgemeinen und seine Karriere im Besonderen. Gern erzählte Moritz einige nette Geschichten. Wie einst, als er gemeinsam mit Schiri Wilfried Heitmann aus Drentwede ins Münchner Olympiastadion beordert wurde. „Zur Passkontrolle ist damals tatsächlich Uli Hoeneß mit der Passtasche unterm Arm erschienen. Dann sagte er: Der DFB hätte kein besseres Gespann für dieses Spiel schicken können.“ Moritz lacht. „Das hat er vermutlich jedem Gespann gesagt, aber wir fanden das sehr nett.“ Seine Karriere hat Peter Moritz einige Jahre später beendet, er wohnt in Steyerberg, verfolgt den Kreis-Nienburger Sport aus dem Augenwinkel.

Übrigens: Der Bräutigam von neulich wusste gar nicht, welch ehemals populärer Herr da am Tisch saß. Peter Moritz gehört zur Familie seines Trauzeugen, und als solcher trägt man gemeinhin kein Schild mit der Aufschrift „Ex-Zweitliga-Schiri“ auf der Stirn. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin uns die Zeitmaschine in den kommenden Wochen führt.

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Erstellt:
2. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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