Freuen sich schon sehr auf das Projekt „Zukunftswald“: Nicola Roloff-Schindler und Volker Dubberke aus dem Vorstand der Bürgerstiftung im Landkreis Nienburg. Foto: Hagebölling

Freuen sich schon sehr auf das Projekt „Zukunftswald“: Nicola Roloff-Schindler und Volker Dubberke aus dem Vorstand der Bürgerstiftung im Landkreis Nienburg. Foto: Hagebölling

Landkreis 09.01.2022 Von Edda Hagebölling

„Zukunftswald“ in Vorbereitung

Bürgerstiftung von Corona zwar ausgebremst, aber nicht lahmgelegt

Die Bürgerstiftung hat auch im Corona-Jahr 2021 viel Gutes bewirkt. Das wurde in dem Gespräch deutlich, das DIE HARKE am Sonntag jetzt mit Volker Dubberke und Nicola Roloff-Schindler im Büro der Bürgerstiftung in der Sparkasse am Goetheplatz führte. Mit rund 80.000 Euro wurden die unterschiedlichsten Projekte finanziell unterstützt. Dass ein Antrag auf Bezuschussung abgelehnt werden musste, weil er nicht mit der Satzung der Bürgerstiftung zu vereinbaren war, kam nur ganz selten vor.

Das Vorhaben, einen Jugendrat zu gründen, der dann eigenständig über die Förderung von Jugendprojekten entscheidet, konnte im Corona-Jahr 2021 noch nicht umgesetzt werden, steht aber für das neue Jahr erneut auf der Agenda. Auch sind Anfragen aus dem Bereich „Schule und Bildung“ - einem der wesentlichen Förderziele der Bürgerstiftung - im vergangenen Jahr weitestgehend ausgeblieben, an ihre Stelle traten jedoch Bitten um finanzielle Unterstützung von Gruppen, die mit ihrem Engagement die negativen Folgen von Homeschooling & Co. auffangen wollten.

„Die Schulen hatten im vergangenen Jahr genug damit zu tun, den Unterricht aufrecht zu erhalten. Für Initiativen, die darüber hinaus gingen, war wegen Corona natürlich wenig Zeit“, so Volker Dubberke und Nicola Roloff-Schindler, die beiden Vorsitzenden der Bürgerstiftung.

„Dafür haben wir aber zum Beispiel PC oder Notebooks für kirchliche Gruppen oder Fördervereine gesponsert, die mit ihrem Einsatz verhindern wollten, dass die Kinder, die durch das Homeschooling benachteiligt waren, noch weiter hinten runterfielen“, so die beiden Vorsitzenden weiter. Unterstützt wurde aber auch der große Spielplatz, der unweit des Dorfgemeinschaftshauses in Gadesbünden dank der Initiative engagierter Eltern entstanden ist.

Zu befürchten sei allerdings, so Volker Dubberke, dass das Spendenrecht die Förderung solcher Projekte künftig verkomplizieren werde. Überhaupt könne sich auch die Bürgerstiftung über zu wenig Bürokratie beim besten Willen nicht beklagen. Andererseits: Genügend Geld für die Förderung besonderer Vorhaben sei eigentlich vorhanden. Man müsse die Fördertöpfe nur finden und dürfe auch nicht davor zurückschrecken, mehrseitige Antragsformulare auszufüllen. „Ich überlege bereits, mittelfristig einen entsprechenden Vortrag anzubieten“, so Volker Dubberke.

Das Geld, über das die Bürgerstiftung verfügt, kommt zum einen aus dem gut angelegten Stiftungskapital. Bei der Gründung vor 20 Jahren mit 160.000 Euro gestartet, verfügt die Bürgerstiftung im Landkreis Nienburg mittlerweile über ein Stiftungskapital von rund einer Million Euro. Hinzu kommen Zuschüsse und Spenden. Und Menschen, die die Bürgerstiftung in ihrem Testament bedenken mit der Bitte, beispielsweise den Tierschutz vor Ort zu unterstützen oder Umweltprojekte zu fördern. „Diesem Wunsch kommen wir natürlich nach“, so Dubberke und Roloff-Schindler. Sehr zur Freude der Tierheime in Drakenburg und Schessinghausen.

Der Winterwald ist für uns schon ein Kraftakt. Um die kompletten vier Wochen abzudecken, sind rund 50 Ehrenamtliche für die Bürgerstiftung im Einsatz.

Volker Dubberke

Von der Finanzkraft der Bürgerstiftung sollen in diesem Jahr aber auch die heimischen Wälder profitieren. „Dort, wo wegen des Borkenkäfers Neuanpflanzungen oder Aufforstungen erforderlich werden, sollen unter dem Titel „Zukunftswald“ Gelder für Setzlinge zur Verfügung gestellt werden. Koordinator der Aktion ist Karsten Sierk, Mitglied im Vorstand der Bürgerstiftung und Leiter des Klosterforstes Loccum.

Fortgeführt werden sollen zudem das Projekt „Entdeckerkisten“, die Aktion „Lebensfreude für Altenheime“, die Instandhaltung der Bücherschränke in Stadt und Kreis und der Spielgeräte auf dem Stahnwald in Nienburg, die Beteiligung am Rendezvous am Wall und am Winterwald - so sie denn stattfinden können - und die Organisation des Bürgermahls.

Letzteres wurde einst ins Leben gerufen, um Geld für die Nienburger Tafel einzuspielen. Im Anschluss an das Bürgermahl 2021, das unter strengen Corona-Auflagen in der Schalterhalle der Sparkasse stattfand, wurden der Tafel 5000 Euro überwiesen. Weitere 3500 Euro waren zuvor bereits an das Tafel-Projekt „Lernschritte“ geflossen.

Für den Winterwald 2021 hatte man sich dagegen schon frühzeitig abgemeldet. „Der Winterwald ist für uns schon ein Kraftakt“, so Volker Dubberke. „Um die kompletten vier Wochen abzudecken, sind rund 50 Ehrenamtliche für die Bürgerstiftung im Einsatz. Angesichts der Pandemie war uns das dieses Mal zu heikel.“

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Erstellt:
9. Januar 2022, 09:00 Uhr
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