Die arabische Version des von Dr. Mandana Soltani übersetzten Textes.

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Nienburg 23.12.2017 Von Jawid Sadeqi

Zum Christentum konvertiert

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Warum ein junger Iran jetzt ohne Repressalien Weihnachten feiern kann

Ehsan ist ein 27-jähriger junger Mann, der in Teheran/Iran Informatik studiert hat. Er hat wie viele andere Flüchtlinge Mitte 2015 seine Familie und Heimat verlassen und ist nach Deutschland geflüchtet, in der Hoffnung, ein ruhiges und sicheres Leben führen zu dürfen. Er hatte sein Leben und seinen Seelenfrieden in Gefahr gebracht, in dem er vom Islam zum Christentum konvertierte. Ehsan hat den Koran zweimal auf persisch gelesen und den Islam ebenfalls sorgfältig studiert. „Je tiefer ich in den Islam eintauchte, desto mehr Fragen hatte ich“, erklärt er.

Nach dem Islam fing Ehsan mit dem Studium des Buddhismus an. Diese Religion hat ihn aber auch nicht überzeugt.

Ehsan besaß im Iran ein Schuh- und Taschengeschäft. Im Laden lernte er eines Tages eine junge Frau kennen. Sie war irgendwie anders: ruhig, besonnen und attraktiv.

Sie freundeten sich an. Nach einiger Zeit erfuhr Ehsan über ihre religiöse Besinnung.

„Nach einiger Zeit erzählte sie mir, dass sie Christin sei. Ich habe angefangen, das Christentum zu studieren und lernte auch ihre christliche Familie kennen.“

Mit Unterstützung der Freundin konvertierte er dann schließlich und sah kurz danach das erste Mal in seinem Leben einen Weihnachtsbaum bei ihr zu Hause.

„Im Iran habe ich nur einmal Weihnachten gefeiert. Es war ganz anders als hier. Meine Freundin und ich saßen zusammen, schauten in den Himmel und waren glücklich, dass wir zusammen waren. Wir durften nicht frei feiern. Ich bin froh, dass ich hier diese Freiheit habe.“

Er ist überzeugt, dass jeder Mensch die Freiheit haben sollte, seine Religion selbst auszuwählen. „Meine Religion geht meine Familie nichts an.“

Ehsan wurde nach seiner Ankunft in Deutschland in einen Camp in der Nähe von Nienburg aufgenommen. An einem Sonntag lieh es sich ein Fahrrad von einem anderen Flüchtling und suchte Nienburgs Martins-Kirche auf.

„Ich war so beeindruckt und fühlte mich auf Anhieb wohl in dieser Kirche. Es war alles neu für mich. Ich habe versucht, so gut wie möglich auf englisch mit den anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen, um mehr über diese Kirche und die Menschen zu erfahren.“

Ehsan ist jetzt ein gläubiger Christ. Die Bibel ist sein wertvollster Begleiter und Mentor. Nachts betet er, wenn er in seinem kleinen Zimmer sitzt.

In der Kirchengemeinde ist er ebenfalls sehr aktiv. Er ist überzeugt, dass er mit Christentum ein besseres Gefühl hat. „Ich bin so glücklich, dass ich meinen Glauben frei ausleben darf. Ich weiß es zu schätzen“, so Esan.

Letztes Jahr Weihnachten hat er mit der iranischen Kirchengemeinde in Hamburg gefeiert. Dieses Jahr bleibt er in Nienburg.

Der iranische Konvertit zählt die Minuten seiner Taufe zu den besten und wertvollsten seines Lebens. „Den Moment der Taufe werde ich nie vergessen. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Nach der Taufe habe ich vor Freude geweint.“ Danach zeigt er mir die Videoaufzeichnung der Taufe. „Ich habe diesen Film schon hunderte Male angeschaut. Jedes Mal erlebe ich das unbeschreibliche Gefühl aufs Neue.“

Ehsan sieht sich als ein glücklicher Mensch. Das Christentum hat ihn gerettet und er darf seinen Glauben frei ausleben. „Ich bin so glücklich, dass ich ohne Repressalien und Schikanen Weihnachten feiern kann.“

Dieser Beitrag ist Bestandteil des [DATENBANK=626]CJD[/DATENBANK]-Projekts „46351“, das vom Bundesamt für Migration (BAMF) gefördert und von der HARKE am Sonntag begleitet wird.

Nach dem Studium des Islam und des Buddhismus hat sich der heute 27 Jahre alte Iraner Ehsan bewusst dafür entschieden, zum Christentum zu konvertieren.  Jawid Sadeqi

Nach dem Studium des Islam und des Buddhismus hat sich der heute 27 Jahre alte Iraner Ehsan bewusst dafür entschieden, zum Christentum zu konvertieren. Jawid Sadeqi

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Erstellt:
23. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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