Die Geschäftsführerin des Klosters, Birgit Birth (links), hatte wegen des Geschenks vorgefühlt. Und so gab es schon jetzt eine „Bescherung“ in der Klosterstube: Abt Horst Hirschler übergab Heinz Emmrich (rechts) ein ausgesprochen praktisches Gastgeschenk: eine Kufenkarre. Ursula Hirschler nahm Platz in der gemütlichen Klosterstube. Flämig

Die Geschäftsführerin des Klosters, Birgit Birth (links), hatte wegen des Geschenks vorgefühlt. Und so gab es schon jetzt eine „Bescherung“ in der Klosterstube: Abt Horst Hirschler übergab Heinz Emmrich (rechts) ein ausgesprochen praktisches Gastgeschenk: eine Kufenkarre. Ursula Hirschler nahm Platz in der gemütlichen Klosterstube. Flämig

Loccum 18.12.2018 Von Die Harke

Zum ersten Mal in 40 Jahren kam der Konvent

Hoher Besuch in der Klosterstube anlässlich des 40-jährigen Bestehens / Eine Kufenkarre als „Geburtstagsgeschenk“

Anlässlich des 40. „Geburtstages“ machte der Konvent des Klosters dem Eine-Welt-Laden im Klostertor seine Aufwartung, und er kam nicht mit leeren Händen. Als Privatkunden waren einzelne Konventuale schon oft in der Klosterstube, zumal auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für Mitarbeitende und Familienangehörige. Aber geschlossen als Leitungsgremium des Klosters war der Konvent in 40 Jahren erstmals am vorigen Sonntag vor Ort.

Anlass war das 40-jährige Bestehen des kleinen, aber feinen Weltladens im Klostertor. Eingefädelt von der Geschäftsführerin des Klosters, Birgit Birth, und dem Vorstand des Trägervereins trafen sich nach dem Konventsgottesdienst an Ort und Stelle der Konvent mit Damen und Verantwortliche aus dem aktiven Team.

Im Namen des Klosters gratulierte Abt Horst Hirschler dem Team zur Erfolgsgeschichte dieser selbständigen Einrichtung in der Frauenkapelle seit 1978. Der Gründervater Jan-Olaf Rüttgardt, seinerzeit Konventual-Studiendirektor, sekundierte im Verlauf: Wenn etwas schief gehe, drücke sich jeder vor der Verantwortung; wenn dagegen etwas gelinge, habe der Erfolg viele Väter. Rüttgardt erzählte plastisch von den Anfängen in den 70er-Jahren, wie er bei den Vikaren um Mitdenken und Mitarbeit geworben, durch eine Feier in der Familie Zierfuß die Frauenkapelle als mögliches Quartier entdeckt habe.

Dieser Raum stand seit 1962 leer. Glückliche Umstände und Beispiele wie die „Klostertstube“ in Altenberg seien zu Hilfe gekommen. Und als es hieß: „Abt Hanns Lilje wollte auch schon lange ein Café auf dem Klostergelände!“ da schalteten die Ampeln im Kloster auf Grün. Woher die Möbel nehmen? Sogenannte Haase-Tische und -Stühle aus der Stiftskirche, ein großer Schrank aus dem Jagdschloss Göhrde, den Verkaufstresen aus dem Kurzwarenladen Tiede und vieles mehr, an jedem Stück Inventar hängt Geschichte. Am 9. Juli 1978 war es so weit: Die Klosterstube Loccum öffnete ihre Tore.

Der Vorsitzende Heinz Emmrich zeichnete in seiner Festansprache die Entwicklung zum anerkannt gemeinnützigen Verein nach, beschrieb die Leitlinie des Fairen Handels und nannte Beispiele der geförderten Projekte. Er machte den Konvent darauf aufmerksam, dass die Klosterstube vor allem an Wochenenden als Kontakt- und Informationsstelle im Klostergelände fungiere, sowie die Öffentlichkeit, dass das „in die Jahre gekommene“ Team Verstärkung durch Jüngere brauche.

Eine Kufenkarre, um die Arbeit zu erleichtern

Der Weltladen im Klostertor ist keine Einrichtung des Klosters, sondern vom gemeinnützigen Verein Klosterstube Loccum getragen und betrieben. Der Verein hat die Frauenkapelle vom Kloster gemietet. Über das Mietverhältnis hinaus sind Klosterstube und Kloster durch Mitarbeit im Vorstand verbunden; derzeit vertritt die Geschäftsführerin Birgit Birth qua Amt den Konvent im Vorstand.

Die hatte vorgefühlt, was die hohen Gäste quasi als „Geburtstagsgeschenk“ mitbringen könnten. Die Wahl fiel auf eine Kufenkarre zum Transport von Paketen, denn die Pakete seien „für zarte Postbotinnen und für mich in meinem vorgerückten Alter“, so Heinz Emmrich, oft einfach zu schwer.

Der Konvent hatte, weil er durch den Besuch um das übliche gemeinsame Mittagessen kam und einige einen weiten Heimweg vor sich hatten, durch Bäckermeister Wulf für das leibliche Wohl sorgen lassen.

Claudia-Sophie Holze, Gretl Calließ, Lieselotte Emmrich (von links) und Barbara Willig (nicht auf dem Foto) hatten mit geschickter Hand dafür gesorgt, dass es bei diesem historischen Besuch festlich und gastlich in der Klosterstube zuging. Flämig

Claudia-Sophie Holze, Gretl Calließ, Lieselotte Emmrich (von links) und Barbara Willig (nicht auf dem Foto) hatten mit geschickter Hand dafür gesorgt, dass es bei diesem historischen Besuch festlich und gastlich in der Klosterstube zuging. Flämig

Jan-Olaf Rüttgardt und zwei Gründermütter: Erika Windheim (Mitte) und Ilse Manthey – von Anfang an aktiv dabei, inzwischen über 40 Jahre. Flämig

Jan-Olaf Rüttgardt und zwei Gründermütter: Erika Windheim (Mitte) und Ilse Manthey – von Anfang an aktiv dabei, inzwischen über 40 Jahre. Flämig

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Erstellt:
18. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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