Foto: tumisu | pixabay.com

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Alan Smithee 02.04.2020 Von Die Harke

Zunehmende Ausgangsbeschränkungen führen zu Änderungen im Kaufverhalten der Deutschen

Im Zuge der Coronakrise kommt es beinahe täglich zu Verschärfungen der Ausgangsbestimmungen. Gleichzeitig betrachtet eine wachsende Zahl an Menschen den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt als Ansteckungsrisiko. Profitieren können hiervon die Online-Supermärkte und Lieferdienste.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus greifen Landesregierungen und Supermärkte zu immer drastischeren Maßnahmen. In Thüringen müssen laut Erlass des thüringischen Gesundheitsministeriums bereits alle Supermarkteingänge kontrolliert werden. Menschen mit Symptomen dürfen nicht länger in die Geschäfte. Diesem Vorbild könnten schon bald andere Bundesländer folgen. Auch viele Supermarktketten verschärfen die Bestimmungen in ihren Läden zusehends. Mindestabstandsregeln, Plastikwände an den Kassen und Rationierungen von zahlreichen Drogerieprodukten und Lebensmitteln werden immer mehr zum Alltag in Deutschlands Geschäften.

Alternativen zu stationären Märkten haben Hochkonjunktur

Was durchaus logisch erscheint, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sorgt bei vielen Kunden jedoch zunehmend für Verunsicherung. Es verwundert daher nicht, dass sich eine wachsende Zahl an Menschen nach Alternativen zu den traditionellen Supermärkten umschaut. Auf diese Weise erhoffen sich viele, die strenger werdenden Beschränkungen rund um den Einkauf im Supermarkt zu umgehen. Ferner kann der Online-Kauf von zu Hause aus abgewickelt werden, ohne dabei eine Ansteckung beim Kontakt mit anderen Kunden riskieren zu müssen. Für Branchenkenner kommt diese Entwicklung nicht unerwartet. So hat das Portal bestenz.de beispielsweise bereits evaluiert, inwiefern Online-Märkte, was Angebot und Sicherheit angeht, eine bessere Option für Kunden sind als die stationären Supermärkte.

Es zeigte sich Presseberichten zufolge konkret, dass deutlich mehr Bestellungen zu verzeichnen sind als noch im Januar diesen Jahres und deshalb eine Überlastung der online Supermärkte spürbar sei. „Wir können jetzt, wo Friseure schließen mussten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage im Bereich Haarpflegeprodukte, aber auch Haushaltswaren verzeichnen und auch sonst bekommen wir verstärkt E-Mails mit Fragen von unsicheren Besuchern.“, erklärt Matthias Ternes, Redakteur von bestenz.de. Und weiter heißt es: „Wer jetzt Engpässe in den Supermärkten erwartet oder überfüllte Supermärkte fürchtet, der kann sich bei online Supermärkten wie getnow oder REWE online alles mit wenigen Klicks nach Hause liefern lassen. Als Schutzmaßnahme gegen eine mögliche Ansteckung kann dies deshalb durchaus sinnvoll sein.

Einzelne Online-Supermärkte verzeichnen in letzter Zeit bis zu 25-mal so viele Anmeldungen von Neukunden wie sonst üblich. Auch die Art der Kundschaft verändere sich. Galten bisher zumeist Senioren als am stärksten vertretenes Kundensegment beim Online-Lebensmittelhandel, wendet sich nun auch zunehmend eine jüngere Bevölkerungsgruppe dieser Art des Einkaufs zu. Als Reaktion darauf haben einzelne Anbieter angekündigt, ihre Präsenz und ihr Warensortiment stark auszubauen. Ziel sei es, einer breiten Kundschaft alle Produkte anzubieten, welche auch im regulären Supermarkt gekauft werden können.

Lieferungen bleiben von den strengeren Ausgangsbestimmungen unangetastet

Dieser Boom bei der Nachfrage schlägt auch voll auf die Lieferdienste im Land durch. Laut Branchenquellen sind Lieferslots mittlerweile auf Tage hinaus vollkommen belegt. Als Reaktion auf die enorme Nachfrage stellen zahlreiche Lieferunternehmen zurzeit im großen Stil ein. Jeder geeignete Fahrer werde übernommen. Die enorme Wichtigkeit von Online-Shops und Lieferdiensten für die Versorgung der Bürger wird unterdessen von Politik und Gesundheitsbehörden anerkannt. Auch im Falle einer weiteren Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen ist nicht mit Einschränkungen bei der Zustellung von Online-Einkäufen zu rechnen. Gleichfalls verordnen viele Zusteller ihrem Personal ein Kontaktverbot bei der Zustellung. Vielerorts werden die Waren daher vor der Tür abgestellt, anstatt persönlich überreicht zu werden. Auf diese Weise soll jegliches Ansteckungsrisiko ausgeschlossen werden.

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Erstellt:
2. April 2020, 11:40 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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