Nikias Schmidetzki DH

Nikias Schmidetzki DH

Landkreis 11.11.2017 Von Nikias Schmidetzki

Zur Schneeflocke kommt der Berg

Guten Tag

Von O bis O. Vielfach gelesen, selten angewandt. Solange sollten Autofahrer ihre Sommer- oder Winterräder nutzen. Von Ostern bis Oktober. Oder von Oktober bis Ostern. Aber zu genau sollte sie kein Autofahrer nehmen. Ostern fällt schließlich manchmal noch in eine richtig kalte Zeit.

Und Ende Oktober gab es dafür schon Tage, die eher an Frühling denn an Herbst erinnerten – nicht in diesem Jahr, aber es gab sie. Wichtig deshalb: Die Bereifung muss an die Witterungsverhältnisse angepasst sein. „Runter vom Gas“ heißt die Verkehrssicherheitskampagne des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Dort gibt es auch Tipps für die richtigen Pneus. In Deutschland gibt es seit 2010 eine „situative Winterreifenpflicht“. Das heißt: Wer auf winterlichen Straßen fahren will, muss Winterreifen aufgezogen haben.

Demnach sind Winterreifen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte laut Straßenverkehrsordnung (StVO) Pflicht. Wer in solchen Fällen dennoch mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie einen Punkt im Fahreignungsregister. Sollte es gar zu einem Unfall kommen, steigt das Bußgeld auf 120 Euro. Und: Die Versicherungsgesellschaft kann mitunter Leistungen wegen Fahrlässigkeit erheblich kürzen.

Sommerreifen sind im Winter deshalb ungeeignet, weil sie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verhärten. Die Folgen: weniger Grip und längere Bremswege. Winterreifen hingegen bestehen aus einer relativ weichen Gummimischung, die auch bei Kälte elastisch bleibt. Selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sorgen sie für eine hohe Fahrstabilität und kürzere Bremswege. Ihr Lamellen-Profil erhöht zudem den Halt auf der Fahrbahn – auch bei Schnee und Eis.

Und was ist Ganzjahresreifen? „Qualitativ hochwertige Ganzjahresreifen haben aufgrund ihrer Profilbeschaffenheit und Materialmischung entweder gute Winterreifeneigenschaften oder gute Sommerreifeneigenschaften. Beides geht nicht, deshalb ist ein Reifenwechsel auch hier zu empfehlen“, heißt es von der Initiative. Rein rechtlich betrachtet gelten sie jedoch als Winterreifen, denn sie müssen den sogenannten Schneeflockentest bestanden haben.

Seit Mai dieses Jahres gelten laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nur noch solche Reifen als wintertauglich, die nach einem strengen und einheitlichen Prüfverfahren mit dem „Alpine-Symbol“ (Schneeflocke und Berg) gekennzeichnet sind. Bis zum 31. Dezember 2017 hergestellte, lediglich mit dem „M+S“-Merkmal (für „Matsch & Schnee“) versehene Reifen, dürfen jedoch übergangsweise noch bis zum 30. September 2024 bei winterlichen Bedingungen verwendet werden.

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Erstellt:
11. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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