Attac-Mitbegründer Wolfgang Kopf. Archiv

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Nienburg 04.03.2017 Von Die Harke

„Zurück in den Friedensmodus“

Naturfreunde-Serie „Zukunftsvisionen: Die Welt, in der Sie leben möchten“ / Heute: Wolfgang Kopf

„Wie stellen Sie sich die Welt vor, in der Sie gerne leben würden?“ Diese Frage richteten die Nienburger Naturfreunde im Rahmen ihres Projekts „Zukunftsvisionen“ wie berichtet an verschiedene Personen in Stadt und Kreis. An die Harke am Sonntag wurde die Anregung herangetragen, die Beiträge einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieser Bitte kommt die HamS gerne nach. Heute lesen Sie die Gedanken von [DATENBANK=3069]Wolfgang Kopf[/DATENBANK]. Der Mitbegründer der [DATENBANK=389]Attac-Regionalgruppe Nienburg[/DATENBANK] schreibt: Die Welt, in der ich leben möchte, ist eine Welt im Friedensmodus. Sie ist nicht ohne Interessenunterschiede. Mit Toleranz, Respekt und ziviler Konfliktmoderation ist sie unterwegs zur Überwindung von patriarchaler, rassistischer und kapitalistischer Gewalt. Ziel ist eine demokratische, gemeinwirtschaftliche und sozialökologisch nachhaltige Zukunft.

Mein Menschheitsidol, Jesus Christus, sagte dazu: „Selig, die Frieden stiften. Selig die Sanftmütigen, sie werden die Erde bewohnen.“

Zweimal habe ich – Jahrgang 1940 – die Welt im Friedensmodus erleben dürfen. Das erste Mal war es 1948 halb unbewusst im Kindesalter die Erklärung der Menschenrechte und der UN-Friedenscharta nach Weltwirtschaftskrise und zwei schrecklichen Weltkriegen: „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ Beim zweiten Friedensmodus - der Gorbatschow-Ära Anfang der 90er Jahre – haben wir als 68er-Generation und Friedensbewegung die Beendigung des Kalten Krieges mitgestaltet.

Leider ist die Welt heute, 25 Jahre später, wieder im Krisenmodus. Der globalisierte neoliberale Raubzug um Bodenschätze, billige Arbeitskräfte, Land und Absatzmärkte hat nicht nur die islamistische Barbarei und riesige Fluchtbewegungen ausgelöst, sondern bedroht durch „Freihandel“ wie CETA, TTIP und TiSA inzwischen auch unser lokales Überleben!

Mit dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ hat sich Anfang 2000 das globalisie rungskritische Netzwerk ATTAC gegründet. Wir wollen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren Aufklärung und Kampagnen starten. Sie sollen das neoliberale Übel der ungebremsten Profitmaximierung durch demokratische Regulierungen stoppen.

Eine alternative, an Gemeinwohl, Entwicklungsländern und Umwelt orientierte „Fair“-Handelsordnung muss Basis einer Rückkehr zum Friedensmodus sein.

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Erstellt:
4. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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