Steffen Lühring und Jenny Kolwe gestalten mit viel Spaß Ratsarbeit für die SPD im Samtgemeinderat Grafschaft Hoya als junge Mitglieder. Achtermann

Steffen Lühring und Jenny Kolwe gestalten mit viel Spaß Ratsarbeit für die SPD im Samtgemeinderat Grafschaft Hoya als junge Mitglieder. Achtermann

Eystrup 10.03.2018 Von Horst Achtermann

„Zwei Starke Zentren sind wichtig“

Erfahrungen der jüngsten SPD-Mitglieder im Samtgemeinderat Hoya

[DATENBANK=6296]Jenny Kolwe[/DATENBANK] (29 Jahre) aus Schierholz und [DATENBANK=3494]Steffen Lühring[/DATENBANK] (26) aus Eystrup sind die jüngsten SPD-Mitglieder im Rat der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Beruflich streben beide das Lehramt für Gymnasien und Oberschulen an. Jenny Kolwe macht zurzeit ein Praxissemester (Kunst, Biologie) an der Oberschule Rockwinkel in Bremen, und Steffen Lühring ist zurzeit Referendar (Chemie und Mathe) an der Oberschule Ronzelenstraße in Bremen. Das Soziale in ihrem Denken und Tun habe sie zur SPD geführt. „Ich will mich engagieren in meiner Gemeinde, nicht in der Feuerwehr oder im Schützenverein, sondern kommunalpolitisch etwas für Menschen tun“, meint Jenny Kolwe. Schon immer politisch interessiert gewesen ist Steffen Lühring. „SPD-Urgestein Dierck Willemer hat Schuld, er hat mich in vielerlei Hinsicht kommunalpolitisch geprägt und der inzwischen verstorbene ehemaliger Bürgermeister in Eystrup, Manfred Ernst, hat mich absolut in seiner Einstellung überzeugt.“

Die 2012 und 2010 in die SPD eingetretenen Mitglieder seien sich aber auch bewusst, dass Parteien auf unterer kommunaler Ebene zweitrangig seien. „Es macht uns Spaß, persönliche Kontakte bereichern die Parteiarbeit.“

In den Räten fühlen sich beide wohl. Im Samtgemeinderat brauche man nicht in vorderer Front zu stehen. „Wir werden als junge Mitglieder gleichwertig behandelt, ich genieße und lerne“, meint Kolwe. Es spreche in erster Linie der Fraktionsvorsitzende Bernd Meyer.

„Wir setzen uns dafür ein, mit zu entscheiden und auch zu sprechen“; meinen die beiden. Allerdings würden manche Sachen sehr träge behandelt. „Ich kann nicht verstehen, dass die Tariferweiterung bei Zeitfahrkarten so lange an anderer Stelle dauert, seit vier Jahren ist dafür Geld im Haushalt“, bedauert Lühring. „Warum haben wir einen Verwaltungsausschuss in Hilgermissen“, fragt sich Kolwe: „Da fliegen oft die Fetzen, mein Eindruck ist, dass dann der Elan im Ratfehlt.“

Lühring: „In der Samtgemeinde brauchen wir eine arbeitsfähige Verwaltung, ausreichendes Personal muss da sein. Im Rat der Samtgemeinde ist Eystrup gut vertreten, besser als in der letzten Periode.“

„Auch im demografischen Wandel braucht die Samtgemeinde zwei starke Zentren“, unterstreicht Kolwe. Dazu gehöre auch, dass gewachsene alte Strukturen, als Ungleichgewicht abgebaut werden müssten. Lühring zählt dazu die Abwassergebühren mit der Entgeltausgleichsrückstellung: „Das ist einfach simple Mathematik.“

Jüngere Leute für die kommunale Ratsarbeit zu interessieren, sei ein Problem. „Ich spreche junge Frauen an“, sagt Kolwe, leider sei das ohne Erfolg. „Insgesamt“, so sieht auch Lühring die Lage, „haben junge Leute wenig Interesse, die Zukunft auch in kleinen Orten mitzugestalten“. Trotzdem wollen beide junge Demokraten Interessierte „mitnehmen“. So wolle ein FSJler im TSV Eystrup demnächst für einen Vorstandsposten kandidieren. Und Jenny Kolwe will im Projekt „Ferienkiste“ in Hilgermissen mit Kindern einen politischen Termin mit Eltern und Kindern organisieren.

Warum sie Spaß an der politischen Arbeit haben und weiter machen wollen, erklären beide in ihrem Fazit: Steffen Lühring hat Freude am Gestalten in der Gemeinde, will Verantwortung übernehmen, „meckern und nicht mitmachen „ählt bei mir nicht“. Er freue sich über Entscheidungen, die einschlagen, wie der Güterschuppen am Bahnhof „darauf bin ich stolz“. Zudem wolle er mit der Verwaltung an einem Strang ziehen, aber auch mal kritisch hinterfragen.

Für Jenny Kolwe ist die Ratsarbeit bereichernd, sachlich und sehr nüchtern: „Wird eine Entscheidung gut begründet, ist es legitim, wenn nicht alle dafür sind.“ Kein Fraktionszwang sei besonders wesentlich, nur so könne man seine eigene Haltung deutlich machen. In einer lebendigen Ratsarbeit „muss offen diskutiert werden und nicht hinter verschlossenen Türen“.

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Erstellt:
10. März 2018, 21:00 Uhr
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