Isabelle Beermann (links) leistete eine großartige Betreuung für Marie Weber beim Ruder-Bundeswettbewerb in München. Weber

Isabelle Beermann (links) leistete eine großartige Betreuung für Marie Weber beim Ruder-Bundeswettbewerb in München. Weber

München 14.09.2019 Von Die Harke

Zweimal Gold für Marie Weber

Rudern: Die ASS Nienburg war beim Bundeswettbewerb in München am Start

Die Ruderriege der ASS Nienburg startet erfolgreich für die Landesruderjugend Niedersachsen beim Bundeswettbewerb der Jungen und Mädchen in München Oberschleißheim.

Als Landessiegerin über 3000-Meter-Langstrecke und 1.000 Metern hatte sich Marie Weber Anfang Juni in Salzgitter für die in München stattfindende deutsche Jahrgangsmeisterschaft der 12 bis 14-Jährigen qualifiziert. Dort dürfen die einzelnen Landesruderjugenden in den Bootsklassen Einer, Doppelzweier und Doppelvierer mit Steuermann jeweils zwei Teams als Landessieger pro Bundesland melden. Nach intensivem Training auch im Rudertrainingslager in Dörpen inklusive einer unmittelbaren Wettkampfvorbereitung der Ruderjugend in Lehrte/Sehnde erfolgte die Anreise bereits am Donnerstag mit dem Boot auf dem Dach eines VW Busses nach München.

Nach einem lockeren Abschlusstraining am Freitag, das vor allem mit den Bedingungen auf der ehemaligen Olympiastrecke von 1972 vertraut machen sollte, erfolgte am Sonnabend der Start für die 13-jährigen Mädchen im Einer auf die 3000 m lange Wettkampfstrecke, bei der nach 1250 m eine Wendemarkierung zu umrudern war, um dann nach 2750 m die letzten 250 m direkt vor der großen Olympiatribüne ins Ziel zu rudern.

Bei den 3000m werden die einzelnen Boote im Abstand von 45 Sekunden auf die Strecke geschickt um bei diesem Zeitfahren oder Rennen gegen die Uhr Abteilungen (Finale A, B, C, D) für die am Sonntag stattfindende Bundesregatta über 1000 m zu ermitteln.

Mit einer persönlichen Bestleistung von 15:14,24 Minuten und einer hervorragenden Wende konnte sich Marie Weber im Feld der 21 startenden Mädchen einen guten Mittelfeldplatz zwölf und damit das C- Finale sichern. Besonders erfreulich war dabei, dass sie sich von Jolina Westphal aus Elmshorn, von der sie bei der Regatta in Otterndorf noch deutlich überholt worden war „nur“ 23 Sekunden hatte abnehmen lassen und ein abermaliges Ein- und Überholen vermied.

Sehr deutlich wurde damit ein großer Trainingserfolg, aber auch, dass sie den physisch deutlich überlegenen jungen Damen aus Nordrheinwestfalen (Charlotte Scholz in 14:13, 44 min) und Leipzig (Alessa Kneis 14:26,57 min) nicht gewachsen war.

Für das C-Finale war die Marschroute mit der von allen in diesem dritten Finallauf startenden besten Langstreckenzeit klar. Von Beginn an attackieren, sich möglichst früh vom Feld lösen um mit druckvollen langen Schlägen das Feld von vorn kontrollieren.

Doch der Weg zu einem erfolgreichen C-Finale war ein echter Nervenkrimi, da die Startzeit wegen des Nebels auf der Regattastrecke immer wieder verschoben wurde und Marie um ein Haar ihren Rennstart verpasst hätte. Letztlich hat es vor allem auch Dank der Betreuung ihrer Vereinskameradin Isabelle Beerman gepasst: Unter den Anfeuerungsrufen der niedersächsischen Schlachtenbummler konnte sie das C-Finale mit vier Sekunden Vorsprung gewinnen und die begehrte Medaille am Siegersteg in Empfang nehmen.

Den sportlichen und emotionalen Höhepunkt des Tages bildete allerdings das Viererrennen der 13 bis 14-Jährigen Mädchen im Renndoppelvierer mit Steuermann. Die auf Platz zwei rudernde Arina Stifutina hatte sich auf der Langstreckenregatta am Vortag verletzt und war für die Bundesregatta, bei dem sich der niedersächsische Mädchenvierer Ruderjugend Niedersachsen/Hannoverscher Ruder-Club von 1880 mit Carolina Dries, Carla Steckhan, Arina Stifutina, Emma Schulte, St. Golo Götz Kreysing (alle Jahrgang 2005) für das B-Finale qualifiziert hatte, nicht einsatzfähig.

Marie Weber sprang kurzentschlossen ein. Bei heftigem Dauerregen ruderten die Mädchen am frühen Sonntagnachmittag zum Start, wobei Maries Bootsplatz zunächst an ihre deutlich größeren Mitruderinnen angepasst werden musste. Vom Start weg entwickelte sich für die vollkommen durchnässten Ruderinnen ein packendes Rennen. Mit einem in dieser Form bei einer erstmalig zusammen rudernden Mannschaft unglaublich souveräner Endspurt vor der Olympiatribüne sicherte sich der Vierer des HRC mit einer Bugballlänge-Vorsprung den Bundessieg im B–Finale.

Entsprechend euphorisch wurde im Boot des HRC gefeiert und entsprechend zufrieden konnte Marie die Heimreise von München nach Nienburg antreten.

Marie Weber im Einer. Weber

Marie Weber im Einer. Weber

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Erstellt:
14. September 2019, 20:48 Uhr
Lesedauer:
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