Lehrerin Lydia Salzmann (rechts) trifft sich wöchentlich dienstags mit ihrer Russischklasse im „familienhORT“. Sprotte-Verein

Lehrerin Lydia Salzmann (rechts) trifft sich wöchentlich dienstags mit ihrer Russischklasse im „familienhORT“. Sprotte-Verein

Nienburg 06.04.2017 Von Die Harke

„Zweite Sprache als Chance“

Sprotte-Verein fördert Russisch-Sprachkompetenzen im zehnten Jahr

„Nelly ist sehr stolz, dass sie der Oma nach Russland Briefe schreiben kann. Andere Kinder kommunizieren mit ihren Freunden und Verwandten dort per Internet“, berichtet Lydia Salzmann, die sich seit zehn Jahren dafür engagiert, Kindern aus Familien, in denen auch Russisch gesprochen wird, diese Sprachkompetenz zu erhalten und ihnen auch die anspruchsvolle Schrift und Grammatik zu vermitteln. Damals war die Seniorin an den [DATENBANK=3339]Sprotte-Verein[/DATENBANK] herangetreten mit dem Wunsch, eine Russischklasse anzubieten, denn vor allem in Nienburgs Lehmwandlung leben zahlreiche Familien, die als Deutsche aus Russland dort eine neue Heimat gefunden haben und deren Kinder zweisprachig aufwachsen.

Lydia Salzmanns Anliegen ist es, diese Kompetenz aufzunehmen und „ein bisschen Schliff“ in das Sprachvermögen zu bringen, den Kindern die Sprache und die Schrift näher zu bringen: „Ich war in Russland Lehrerin und wollte mich engagieren, das passte also sehr gut zu dem Bedarf der Familien, ihren Kindern die zweite Sprache als Chance zu erhalten und nicht als Mangel zu sehen“.

Voraussetzung zur Teilnahme an der Klasse war allerdings, dass die Kinder mindestens im dritten Grundschuljahr waren. „Das war den Eltern nicht immer so einfach zu vermitteln“, erinnert sich [DATENBANK=3933]Barbara Weissenborn vom Sprotte-Verein[/DATENBANK] an die Anfangsjahre. „Es ist aber wichtig, dass zunächst der Lese- und Schreiblernprozess in Deutsch abgeschlossen ist, bevor man in einer weiteren Schrift und Sprache unterrichtet wird, denn es ging ja nicht darum, den Kindern Russisch beizubringen, sondern auf die bereits vorhandene Kompetenz aufzubauen.“

2012 wechselte die Russischklasse in den [DATENBANK=1241]„familienhORT“[/DATENBANK] in der Alpheide. Seitdem trifft sich die kleine Klasse dort jeden Dienstag um 15 Uhr. „Wir schauen mit diesem Projekt durchaus auf die Bildungsentwicklung der Kinder und es gibt den einen oder anderen Fall, wo das Büffeln in der Russischklasse bereits positive Auswirkungen auf die spätere Berufsausbildung hatte“, sagt Salzmann und dankt Pastor Dietrich Klinke und Hans-Peter Lipfert von der evangelischen Nordostpreußenhilfe, die bei einem ihrer Besuche in Kaliningrad auch aktuelle Schulbücher für den Unterricht aus Russland mitgebracht haben: „Es ist eine große Erleichterung, mit diesen echten Schulbüchern arbeiten zu können.“

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Erstellt:
6. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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