Diese Arbeiten sind unter anderem derzeit im Nienburger Gerichtszentrum zu sehen. MDG Nienburg

Diese Arbeiten sind unter anderem derzeit im Nienburger Gerichtszentrum zu sehen. MDG Nienburg

Nienburg 21.02.2019 Von Die Harke

Zwischen Regeln und Freiheit

Ausstellung im Nienburger Gerichtszentrum der Gymnasien ASS und MDG

Auch in diesem Jahr gibt es wieder „Kunst am Gericht“, die gemeinsame jährliche Kunstausstellung der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule und Marion-Dönhoff-Gymnasium. Die Idee, Schülerarbeiten in die Flure zu hängen, hatte Amtsleiter Bernd Bargemann 2011. Seit 2012 stellen die Gymnasien gemeinsam jährlich aus, seit 2014 in abwechselnder Regie. Das Gerichtszentrum stellt hierfür 140 Bilderrahmen sowie Aufhängungsmaterial zur Verfügung und bezahlt die Drucksachen wie etwa 2.500 Einladungskarten. Bei der Ausstellungseröffnung betonte Bargemann die große Freude, die die Austellung jedes Jahr für ihn und das Gericht sei. Sie verleihe den Fluren einen neuen Anstrich und gebe so dem ganzen Gebäude eine ganz neue Atmosphäre. Für MDG-Kunst-Fachobmann Bernhard Firley liegt der Zusammenhang zwischen Schule, Kunst und Gericht in dem Spannungsfeld zwischen Regeln und Freiheit. Das Gericht schränke den Einzelnen durch Einhaltung von gesetzlichen Regeln zwar ein, dies erhalte aber letztlich die Freiheit aller. Auch die Schule schränke Schülerinnen und Schüler ein, arbeite aber insgesamt an der bestmöglichen Entfaltung aller Beteiligten. Und die Kunst?

Die viel gepriesene künstlerische Freiheit? Auch hier seien Regeln immer etwas Stilbildendes gewesen, wenn es auch oft „nur“ darum ginge, die Regeln zu brechen: „Wer etwas Neues erschaffen wollte, musste wenigstens eine akzeptierte Regel finden, die er niederreißen konnte.“, so Firley.

Die Kurse von Franziska Frey und Jutta von Rohde Diezelsky sowie von Michael Klauß haben organische sowie anorganische Strukturen im Sinne fotografiert. Die Schülerinnen und Schüler von Hans-Dieter Sommer haben sich intensiv mit ungegenständlichen Progressionen von Formen auseinandergesetzt. Bei Anja Vogt konnten die Klassen ausprobieren, sich in Farbe und Form in Stillleben abzubilden. Da wurde viel „gekämpft“ mit den richtigen Farben, Formen und Blickwinkeln.

„Und das unter immer schwierigeren Bedingungen. Lehrermangel, Abordnungen, Stundenkürzungen, das trifft das Fach Kunst immer besonders und oft als eines der ersten Fächer. Da ist es für die Lehrkräfte und Klassen oft ein besonderer Kraftakt, eine solche Austellung wieder auf einem solch hohen Niveau zu realisieren“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
21. Februar 2019, 23:14 Uhr
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