Stefan Schwiersch DH

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Landkreis 09.02.2019 Von Stefan Schwiersch

Zwischen Ruhm und Rücktritt

Guten Tag

Es liegt in der Natur der Sache, dass Eltern bei ihren Heranwachsenden beizeiten gezielter darauf achten, ob etwaige Begabungen zu erkennen sind, um diese dann nach Möglichkeit zu fördern. Im Falle unserer Drittgeborenen bin ich geneigt, Manuel Rasch zu kontaktieren, den ehemaligen HSG-Handballer und Geschäftsführer eines Malerbetriebs. K3 scheint ihre Kritzeleien auf weißer Wand jedenfalls für große Kunst zu halten. Nun gibt‘s zwei Möglichkeiten: Rasch attestiert tatsächlich ein malerisches Talent, dann ließe sich das sicher in geeignete Bahnen lenken. Oder aber K3 kann demnächst eine Babyklappe von innen ausmalen. Wenden wir uns lieber „richtigen“ Talenten zu. Die besten Jugend-Nationalspieler unserer Republik (U19, U17 und Juniorinnen) werden seit 2005 mit der Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet. In der U19 ging dieser Preis zuletzt an Leverkusens Juwel Kai Havertz. Das weckt Neugierde: Wer wurde denn bisher so ausgezeichnet?

In den meisten Fällen landeten die Juroren vom DFB Volltreffer. Einige Sieger: 2015 Jonathan Tah (Bayer Leverkusen, vier Länderspiele), 2014 Julian Brandt (Bayer Leverkusen, Marktwert 40 Millionen), 2012 Antonio Rüdiger (Stammkraft beim FC Chelsea), 2012 Neu-Bayer Leon Goretzka, 2011 Marc-André ter Stegen (heute beim FC Barcelona), 2010 Mario Götze, 2008 Toni Kroos (beide Weltmeister 2014).

Manchmal konnten die Gekürten nur bedingt die Erwartungen erfüllen. Ebenfalls 2008 geehrt wurde Dennis Diekmeier, der in 203 Bundesliga-Spielen für Werder und den HSV genau null Tore schoss und neuerdings beim Zweitligisten in Sandhausen den nächsten Karriereschritt schaffen will. Andere Ausgezeichnete sind nur Kennern der Szene ein Begriff oder kennen Sie spontan Manuel Gulde, Patrick Funk oder Salih Özcan?

Oder Florian Müller? Dabei brachte jener Florian Müller einst das Potenzial mit, um heute in einem Atemzug mit den Großen genannt zu werden. Glaubten jedenfalls die Bayern, die das Riesentalent 2005 unter Vertrag nahmen. Es passte nicht, Müller absolvierte 29 Spiele in der Regionalliga, wechselte nach Magdeburg, zog sich 2009 den ersten und 2010 den zweiten Kreuzbandriss im rechten Knie zu; 2013 beendete er seine Karriere, das Knie wurde immer wieder dick.

Aktuell gehört der Markloher Patrick Osterhage zum Kreis der besten deutschen Nachwuchsspieler. Der Kapitän der U19 von Borussia Dortmund hat gerade eine mehrmonatige Rückenverletzung auskuriert und sein Comeback gefeiert. Er ist bisweilen schmal, der Grat zwischen Ruhm und Rücktritt. Drücken wir Patrick die Daumen, dass er gesund bleibt.

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Erstellt:
9. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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