Egal ob Haus- oder Wildtier: In der Silvesternacht geht es den Tieren nicht gut, sowohl Lautstärke als auch die hellen Lichter überfordern Vierbeiner aber auch Kleintiere. Foto: Pixabay

Egal ob Haus- oder Wildtier: In der Silvesternacht geht es den Tieren nicht gut, sowohl Lautstärke als auch die hellen Lichter überfordern Vierbeiner aber auch Kleintiere. Foto: Pixabay

Landkreis 29.12.2019 Von Kristina Senning

Zwischen altem Brauchtum und größter Angst

Tierheime im Landkreis geben Tipps zur Silvesternacht

In Zeiten des Klimawandels und erhöhtem Müllaufkommen überlegen die Menschen immer häufiger, ob gewisse Dinge wirklich noch sein müssen. Dazu gehören Plastikbeutel und Einweg-Coffee-to-go-Becher, aber auch das Feuerwerk in der Neujahrsnacht werden immer mehr in Frage gestellt.

Was vor rund 1.200 Jahren als Nebenprodukt auf der Suche einem „Elixier zur Unsterblichkeit“ entstand und erst dem Zweck diente, böse Geister auszutreiben, ist heute vor allem bunt, schillernd und laut. Durch das Feuerwerk entstehen in einer Silvesternacht rund 4.500 Tonnen Feinstaub laut Umweltbundesamt. Tatsächlich macht dies etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge aus.

Doch neben dem Umweltschutz gibt es einen weiteren großen Faktor: Vor allem Tiere leiden unter der Knallerei, sind verängstigt und brauchen dann besondere Aufmerksamkeit. Die hiesigen Tierheime im Landkreis Nienburg haben Tipps für Tierbesitzer, um es den Vierbeinern und Co. etwas leichter zu machen.

Tipps für Tierbesitzer

„Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, und lassen Sie das Tier nicht allein. Wichtig sind Rückzugspunkte für das Haustier. Auch heruntergelassene Rollläden und zugezogene Vorhänge bieten Schutz vor den grellen Lichtern“, betonen die Mitarbeiter des Schessinghäuser Tierheims.

Die Tiere sollten einen Rückzugsort haben, außerdem sollten Freigänger-Tiere ins Haus geholt werden. Foto: Pixabay

Die Tiere sollten einen Rückzugsort haben, außerdem sollten Freigänger-Tiere ins Haus geholt werden. Foto: Pixabay

Der Grund liegt auf der Hand: „Aus diesem Grund können der laute Knall und das schrille Geheule eines Feuerwerks enorme körperliche Schmerzen bei ihnen auslösen. Auch der sich entwickelnde Brandgeruch, den unsere Vierbeiner viel intensiver wahrnehmen als wir, versetzt die Tiere in Angst und sie reagieren panisch“, so die Mitarbeiter weiter.

Auch das Tierheim Drakenburg hat konkrete Tipps, wie die Silvesternacht für die Tiere erträglicher wird: „Auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel erschreckt der Silvester-Lärm – bringen Sie sie ebenfalls in einen möglichst ruhigen Raum und schirmen Sie sie vom Silvesterkrach ab.“ Um die Tiere zu beruhigen, können auch Bachblüten-Tropfen, die extra für Tiere sind, eingesetzt werden.

Freigänger-Katzen und Hunde, die noch einmal Gassi gehen müssen, sollten ihr Geschäft schnell und an kurzer Leine verrichten und anschließend wieder ins Haus geholt werden. Doch nicht nur Haustiere leiden vor allem unter Böllern, es sind auch Wildtiere, die in der Silvesternacht für sie unerklärliches durchleben müssen.

Wie schlecht es ihnen ergeht, zeigt ein virales Internetvideo, in dem eine Kamera das panische Verhalten einer Kohlmeise in der Feuerwerksnacht festhält. Hier kann ein tödlicher Herzschlag die Folge sein.

Hier sind Feuerwerk und Böller generell verboten

Grundsätzlich ist das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern oder Tankstellen nicht erlaubt. Blindgänger, die nicht explodieren, sollten liegen gelassen werden.

Die Stadt Hannover hat in diesem Jahr erneut ein Böllerverbot für Teile der Innenstadt verhängt. Hintergrund ist, dass es dort immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen war. In Bremen gilt das Verbot im gesamten Innenstadtbereich rund ums Rathaus.

Laut einer Umfrage von YouGov setzen sich in diesem Jahr übrigens fast 60 Prozent der Bevölkerung für ein Böllerverbot an Silvester ein.

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Erstellt:
29. Dezember 2019, 19:10 Uhr
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