Gute Nacht!

Warum wir im Schlaf schwitzen – und wann wir uns Sorgen machen sollten

Im Schlaf zu schwitzen ist grundsätzlich normal. Doch es gibt Warnsignale.

Im Schlaf zu schwitzen ist grundsätzlich normal. Doch es gibt Warnsignale.

Wir wachen nachts schweißgebadet auf. Unser Körper möchte uns etwas sagen. Nur was? Ist es Angstschweiß, weil wir in Albträumen unsere Sorgen verarbeiten? Oder kündigt sich da etwa eine Grippe an? Haben wir zu viel gegessen?

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Zunächst einmal: keine Panik. Schwitzen ist eine natürliche Wärmeregulation des Körpers. Die überschüssige Wärme wird mit dem Schweiß von innen nach außen geleitet. Wenn die Flüssigkeit auf der Haut verdunstet, kühlt sich der Körper wieder ab.

Bis zu eineinhalb Liter Schweiß gelten als normal

Aber wie viel schwitzen ist „normal“? Bis zu anderthalb Liter Schweiß pro Nacht gelten als normal – und werden meist gar nicht bemerkt. Nur ist diese Information im Alltag nicht wirklich zu gebrauchen. Denn so konkret diese Zahl auch sein mag, so abstrakt ist sie auch.

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Ein erster Anhaltspunkt ist daher tatsächlich das eigene Erleben. Wachen wir auf, weil die Verdunstungskälte uns frieren lässt? Kleben die Haare im Nacken und die Kleidung am Körper? Sind die Laken so durchgenässt, dass sie gewechselt werden müssen?

Wenn morgens immer wieder die Wäsche gewechselt werden muss, kann man davon ausgehen, dass etwas nicht stimmt. Dem Körper ist es zu heiß. Aber kommt diese übermäßige Wärme von außen oder produziert sie der Körper selbst?

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Diese Ursachen können wir klären

Wenn wir bei voll aufgedrehter Heizung in einem Wollpyjama unter einer Synthetikdecke schlafen, dann kann die medizinische Ursachenforschung erst einmal warten. Empfohlen werden 18 Grad Raumtemperatur, leichte Baumwollkleidung, luftdurchlässige Decken und eine gute Matratze auf einem Lattenrost – damit sich unter der Matratze keine Hitze stauen kann. Wenn aber das perfekte Setting nichts daran ändert, dass Betroffene schweißgebadet aufwachen, muss der Blick nach innen gerichtet werden.

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Der Körper läuft heiß, wenn er etwas ausgleichen muss. Er arbeitet. Aber wogegen? Um nicht gleich vom Schlimmsten auszugehen, kann zunächst einmal die Frage gestellt werden, was dem Körper abends alles zugemutet wird, bevor es ins Bett geht. Wer sich etwa noch die Schlachterplatte mit einer Flasche Rotwein gönnt, darf sich nicht wundern, wenn der Körper später heiß läuft, um all das zu verarbeiten.

Denn beim Alkoholkonsum passiert Folgendes: Erst einige Stunden nach dem letzten Schluck fängt der Körper an, den Alkohol abzubauen – und gerät ins Schwitzen. Wenn wir abends Alkohol trinken, wird er in der zweiten Schlafhälfte abgebaut.

Keine schwere Kost, kein Alkohol, kein Marathon vorm Schlafen

Der renommierte Schlafforscher Dr. Hans-Günter Weeß formuliert diesen Vorgang als „kleinen Alkoholentzug“, der auch mit Kopfschmerzen, Unruhe und Albträumen einhergehe. Was genau da passiert, erklärt er so: „Wesentliche Ursache für das alkoholbedingte Schwitzen sind eine Erhöhung der Aktivität des sympathischen Nervensystems mit einer Erhöhung der Herzfrequenz und der Weitung der Blutgefäße, welche die Hauttemperatur erhöhen und damit Schwitzen bedingen können.“ Auch Sport vor dem Schlafengehen ist eher unklug, da der Körper auch Stunden danach seine Temperatur noch regulieren muss. Daher also: kein schweres, fettiges oder scharfes Essen. Kein Alkohol. Kein Marathon.

Wird nun all das beachtet und Betroffene wachen weiterhin nachts schweißgebadet auf, muss die Ursachenforschung weitergehen. Denn spätestens jetzt könnte es zu einer medizinischen Angelegenheit werden.

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Zwei Beobachtungen sind dabei wichtig: der Zeitraum und die Begleitbeschwerden, erklärt der Schlafforscher Dr. Weeß. „Wenn Sie unter starkem Schwitzen während des Schlafes leiden, welches über mehr als vier Wochen andauert und sich nicht durch andere Faktoren erklären lässt, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.“ Zum anderen muss überprüft werden, welche Beschwerden es zusätzlich gibt. „Wenn das Schwitzen von anderen Beschwerden wie Herzrasen, Zittern, Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Infekten und Kopfschmerzen begleitet wird, ist es ratsam, einen Arzt direkt zu konsultieren“ – so die dringende Empfehlung von Dr. Weeß.

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Diese Ursachen kann der Arzt klären

Medikamente:

Viele Arzneimittel beeinflussen das vegetative Nervensystem. Dazu gehören zum Beispiel Antidepressiva, Neuroleptika, fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Medikamente gegen Asthma. Unerwünschte Nebenwirkung dieser Medikamente kann übermäßiges Schwitzen bei Nacht sein. Hier muss die richtige Dosierung ärztlich begleitet werden.

Infektionen:

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Unser Immunsystem reagiert auf akute Infekte durch Fieber und starkes Schwitzen. Das können harmlose Grippeviren sein, die bekämpft werden müssen. Oder aber Erkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber, Tuberkulose oder eine Hirnhautentzündung. In jedem Fall sollten Infekte ärztlich abgeklärt werden.

Autoimmunerkrankung:

Das Immunsystem bekämpft normalerweise fremde Feinde. Bei einer Autoimmunerkrankung aber richtet sich das System gegen sich selbst und greift körpereigene Zellen an. Diese Überreaktion wiederum führt – und das ist noch die harmloseste Nebenwirkung – zu nächtlichem Schwitzen. Autoimmunerkrankungen, die mit Nachtschweiß einhergehen, sind zum Beispiel Arthritis, Rheuma, Pfeiffersches Drüsenfieber.

Hormonhaushalt:

Hormone und der Stoffwechsel beeinflussen die Wärmeregulierung. Wenn der Hormonhaushalt oder die Stoffwechselproduktion gestört sind, wird die Schweißproduktion hochgefahren. Selbst dann, wenn der Körper ruht. Ursachen können zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion sein, Diabetes oder die Wechseljahre.

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Psychische Belastung:

Das innere Erleben beeinflusst unser Nervensystem und unseren Körper. Alles hängt miteinander zusammen. Leidet eine Person an Angststörungen, Depressionen oder an psychischer Erschöpfung, schüttet der Körper permanent Stresshormone aus. Auch wenn das Einschlafen gelingt, ist das Nervensystem der Betroffenen weiter im Alarmzustand und produziert Angstschweiß.

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