Schwein trifft Schälerbsenmehl

Toronto-Sandwich: Kanadas filmreifer Klassiker

Frisch vom Markt: das Toronto-Sandwich.

Frisch vom Markt: das Toronto-Sandwich.

„Einfach anstellen, das kann dauern“, sagt der Mann mit dem „Toronto Raptors“-T-Shirt freundlich. In der Schlange wartet man dann auf eine ganz besondere Leckerei: Foodies aus aller Welt sind sich einig, dass es in Toronto das beste Peameal Bacon Sandwich gibt.

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Dafür begeben sich Kulinarikfans in den ältesten Teil der kanadischen Metropole: die Front Street mit dem St. Lawrence Market, eine historische Markthalle aus dem Jahr 1803 mit rund 200 Ständen, an denen frisches Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Spezialitäten angeboten werden. Von einem der Stände geht ein besonders köstlicher Duft aus: In der Carousel Bakery wird panierter Schinken angebraten. Hier muss man immer anstehen, um eine preisgekrönte Version des Paemeal Bacon Sandwich zu bekommen.

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Filmreif ist es außerdem: Die vor mehr als 30 Jahren gegründete Bäckerei liefert es nach eigenem Bekunden auch häufig für das Cateringbüfett bei Dreharbeiten, die übers ganze Jahr verteilt an vielen Ecken der Stadt stattfinden. So wurden in Toronto etwa Teile von „Chicago“, „Cinderella Man“ oder „Fever Pitch“ gedreht.

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William Davis, der Erfinder des Toronto-Sandwichs

Aber nicht nur Schauspieler sind dem Schinkenbrot verfallen, auch der ein oder andere Chefkoch pilgerte schon in die Markthalle, um sich dort ein original traditionelles Toronto-Sandwich schmecken zu lassen. So setzte beispielsweise der mittlerweile verstorbene US-Starkoch, Autor und Filmemacher Anthony Bourdain ihm in seiner TV-Serie „Layover“ und in seinem Buch „World Travel. Ein gnadenlos subjektiver Reiseführer“ ein Denkmal. Er schrieb, dass es für ihn wahrhaftig eine Mission gewesen sei, ein klassisches Peameal Bacon Sandwich der Carousel Bakery zu verspeisen – kein anderes sollte es sein.

Die Erfindung des Toronto-Sandwiches geht wohl auf William Davis zurück. Er wanderte 1854 von England nach Toronto aus und eröffnete dort schließlich auf dem St. Lawrence Market einen Stand mit Schweinefleisch und Schinken. Begeistert von der Qualität des kanadischen Fleisches, begann er, es in seine alte Heimat zu exportieren. Mangels Kühlschränken machte er die magere, knochenlose Schweinelende durch Pökeln haltbar, also durch das Einlegen in Salz. Zum äußerst beliebten Sandwich sei das Fleisch schließlich geworden, als William Davis es in gemahlenen gelben Schälerbsen wendete (Peameal), anbriet, zwischen zwei Brötchenhälften legte und auf dem Markt verkaufte.

Es war der Grundstein für ein wahres Firmenimperium: Die William Davies Company expandierte, gründete Kanadas erste große Kette von Lebensmittelgeschäften und bescherte Toronto den Spitznamen „Hogtown“ – Schweinestadt.

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Peameal Bacon Sandwich selbst machen: So geht’s

Rund 3000 Sandwiches gehen täglich über die Ladentheke der Carousel Bakery. Nach dem ersten Bissen ist klar: Der Hype darum ist berechtigt. Brot, Bacon, Senf und Käse verbinden sich zu einer köstlichen Melange.

So wird’s zu Hause gemacht: Die Hauptzutat zwischen zwei Brötchenhälften sind zwei dicke Scheiben Schweinelende. Heute nimmt man grobes Maismehl anstelle des Schälerbsenmehls, um das Fleisch darin zu wenden; dann auf beiden Seiten anbraten. Noch in der Pfanne Cheddar-Käse dazugeben, damit er schön schmilzt. Das Brot dick mit Senf bestreichen, am besten eine mit Ahornsirup oder Honig verfeinerte Sorte, etwas Meerrettich darüber geben und nach Belieben mit Paprika- oder Zwiebelstreifen ergänzen.

Korrekturhinweis: Wir haben das Bild des Sandwiches ausgetauscht.

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