Landkreis

Gefährdung von Radlern wird teuer

Passend zur Verabschiedung des neuen Bußgeldkatalogs hat der ADFC ein Foto an der Celler Straße in Nienburg aufgenommen. Noch bleibe es für den Fahrzeughalter vermutlich preiswert (zehn Euro). Zukünftig seien jedoch 80 Euro fällig, hinzu komme ein Punkt in Flensburg.

Passend zur Verabschiedung des neuen Bußgeldkatalogs hat der ADFC ein Foto an der Celler Straße in Nienburg aufgenommen. Noch bleibe es für den Fahrzeughalter vermutlich preiswert (zehn Euro). Zukünftig seien jedoch 80 Euro fällig, hinzu komme ein Punkt in Flensburg.

Landkreis. Mit einer Verzögerung von mehr als einem Jahr hat nun der Bundesrat den Bußgeldkatalog zur Novelle der Straßenverkehrsordnung von 2020 am 8. Oktober verabschiedet. Verstöße zulasten anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Radfahrern und Fußgängern, werden nach Mitteilung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nun den Geldbeutel deutlich höher belasten. Das gilt auch auf den Straßen im Landkreis Nienburg.

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Laut des scheidenden Verkehrsministers Andreas Scheuer werde mit der Verordnung die Verkehrssicherheit gestärkt und Verkehrsrowdys härter bestraft. Bis zum Inkrafttreten des Katalogs werde es allerdings noch ein paar Tage dauern.

ADFC weist auf wesentliche Punkte hin

Zur Verbesserung der Sicherheit für den Fahrradverkehr stellt der ADFC einige Eckpunkte besonders heraus: Unter anderem werde das Parken auf Radwegen neu bewertet. Auf Schutzstreifen dürfe nicht mehr gehalten werden. Komme es zu Gefährdungen, könnten schnell 80 Euro für das „eben mal Brötchen holen“ zusammenkommen, hinzu noch ein Punkt in Flensburg. Besonders an intensiv befahrenen Straßen sei das Schlangenlinienfahren um haltende Fahrzeuge ein Problem. Dabei seien Alternativen für Post und Paketdienstfahrzeuge bekannt.

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Wer deutlich schneller als 30 Kilometer pro Stunde fährt, zahlt künftig kräftig

Geschwindigkeitsüberschreitung bei Tempo-30-Beschilderung (zum Beispiel Hannoversche Straße in Nienburg) werde mit dem neuen ebenfalls Katalog teurer. Fahre ein Fahrzeug in einer Tempo-30-Zone mit 50 Stundenkilometern, werde der Fahrer 70 Euro an die Staatskasse überweisen müssen, ab Tempo 61 seien es 260 Euro plus ein Punkt in Flensburg.

Beim Öffnen der Türen bei längsparkenden Fahrzeugen könne es leicht zu einem Konflikt mit Radfahrenden kommen. Der Preis für eine plötzlich aufgerissene Fahrertür mit Gefährdung sei auf 40 Euro angehoben worden.

Lastwagen dürfen nur noch ganz langsam abbiegen

Lkws ab 3,5 Tonnen dürften zudem nur noch mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen, wenn Fußgänger oder Radfahrende zu erwarten sind. Das Problem beim Abbiegen sei das starke Verschwenken des Fahrzeugs, das von Radfahrern und Fußgängern häufig nicht so erwartet werde.

Ein besonderes Reizthema für den Radfahrer sei der Überholabstand auf der Straße. Mit der Novelle ist beim Überholen von Fahrradfahrern innerorts mindestens ein Abstand von 1,5 Metern sowie außerorts 2 Meter vom Kraftfahrzeugverkehr einzuhalten. Das gelte auch für Radfahrer auf dem Schutzstreifen oder Radfahrstreifen.

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Radfahrer dürfen nebeneinander fahren – wenn sie den Verkehr nicht behindern

Ein Reizthema für Autofahrer sei das Nebeneinanderfahren von Radfahrenden. Mit der Novelle sei das jetzt ausdrücklich erlaubt, wenn der Verkehr nicht behindert werde. Es müsse gewährleistet sein, dass der Autofahrer mit einem Abstand von 1,5 Metern die Fahrradfahrenden überholen kann (bei Nichtbeachtung bis 30 Euro).

Auch hier könne es für Radfahrer ans Portemonnaie gehen. Wer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fährt und einen Unfall verursacht, zahlt zukünftig bis zu 100 Euro nach Bußgeldkatalog.

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