Landkreis

Mehr Müll aus Haushalten durch Corona

Das Entsorgungszentrum Nienburg in der „Krähe“.

Das Entsorgungszentrum Nienburg in der „Krähe“.

Landkreis. Die Corona-Pandemie lässt sich auch am Abfallaufkommen ablesen. Bei fast allen Abfallfraktionen ist im Landkreis Nienburg eine Zunahme zu verzeichnen; insbesondere die Restmüllmenge hat sich erhöht. Das teilt der Betrieb Abfallwirtschaft (BAWN) mit.

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Weniger Reisen, Kurzarbeit, Homeoffice und Online-Shopping – die Pandemiebedingte Veränderung der Lebenswirklichkeit spiegelt sich im Abfall wider. In Großstädten wie München und Frankfurt sei der Verpackungsanteil in den Wertstofftonnen um rund zehn Prozent gestiegen. Auch die Menge des Altpapiers habe sich unterm Strich erhöht: Zwar gehe der Anteil der Zeitungen zurück; die Menge an Verpackungen gleiche das jedoch mehr als aus.

Im Landkreis Nienburg verzeichnet der BAWN seit 2015 eine leichte, aber stetige Zunahme der über die Wertstofftonne erfassten Abfälle. 2020 fällt dieser Anstieg etwas stärker aus als in den Vorjahren – erstmals werden in diesem Jahr mehr als 6000 Tonnen haushaltsübliche Kunststoff- und Metallabfälle über die Wertstofftonne gesammelt werden.

Da die Menschen gezwungener Maßen mehr Zeit zuhause verbringen, fallen dort auch mehr Abfälle an.

Arne Henrik Meyer

Vorstand des BAWN

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Die über dem Niveau der Vorjahre liegende zusätzliche Steigerung führt Arne Henrik Meyer, Vorstand des BAWN, auf die Auswirkungen der Pandemie zurück: „Da die Menschen gezwungener Maßen mehr Zeit zuhause verbringen, fallen dort auch mehr Abfälle an“.

Während das Abfallaufkommen aus Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen durch Schließungen und Kurzarbeit um rund 300 Tonnen zurückging, sei die Restmüllmenge aus Haushalten bis Ende November um mehr als 1100 Tonnen oder rund zehn Prozent deutlich gestiegen und dürfte bis zum Jahresende weiter steigen.

Hier wie bei der Sperrmüll-Anlieferung zeigen sich nach Einschätzung des BAWN-Vorstands die Auswirkungen der Pandemie am stärksten: Zwar nahm die Sperrmülmenge insgesamt kaum zu; bis Ende November verzeichnet der BAWN aber eine Rekordnachfrage nach Berechtigungsscheinen zur gebührenfreien Selbstanlieferung. Entsprechend stieg die Menge der selbst angelieferten Abfälle (Sperr- und Hausmüll) deutlich an und erreichte beispielsweise in Hoya einen neuen Rekordwert.

Das zeige sich auch beim Altglas. Werden in „normalen“ Jahren rund 3000 Tonnen erfasst, kommen 2020 gut acht Prozent mehr zusammen.

Allein bis Ende November hat der BAWN bereits 600 Tonnen mehr Bioabfall erfasst als im gesamten Vorjahr – ein deutlicher Anstieg. Auch bedingt durch die zeitweise Schließung der Wertstoffhöfe im Frühjahr habe die Zahl der Biotonnen-Nutzer mit einem Plus von 1400 ebenfalls spürbar zugenommen.

Die vorhandenen Tonnen seien außerdem häufiger zur Abfuhr bereitgestellt worden. Neben dem etwas feuchteren Jahr (und damit stärkerem Pflanzenwachstum) führt Arne Henrik Meyer diese bislang schon erfassten Mehr-Mengen insbesondere im Frühjahr auf Aufräumaktionen im Garten zurück – Kurzarbeit und Homeoffice schufen dafür Freiräume. Im Dezember kämen in üblichen Jahren noch einmal rund 600 Tonnen Bioabfälle hinzu – es sei gut möglich, so der BAWN-Vorstand, dass auch dieser Wert übertroffen werde.

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Die Altpapiermenge sei demgegenüber – anders als in Ballungsräumen – eher leicht rückläufig. Im Bundestrend liege aber die Tendenz „immer weniger Zeitungen, immer mehr Verpackungen“: Lag der Verpackungsanteil im Altpapier 2004 noch bei rund 21 Prozent, ist er auf aktuell 32 Prozent gestiegen (Bundesschnitt: 34 Prozent).

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