Weihnachten

Schenken im Alter: Kleine Überraschungen im Alltag werden wichtiger

Monika Dohle und Michael Las Casas dos Santos empfinden es als größtes Geschenk, dass sie einander haben.

Monika Dohle und Michael Las Casas dos Santos empfinden es als größtes Geschenk, dass sie einander haben.

Rehburg-Loccum. Weihnachten ist Geschenke-Zeit. Als Kind ist Weihnachten super. Man schreibt dem Weihnachtsmann einen Brief mit einer langen Wunschliste und hofft darauf, dass er nicht zu viel mit anderen Wünschen zu tun hat und die Liste bis zum Ende liest und abarbeiten kann. Am Weihnachtsabend spielt diese Liste jedoch keine große Rolle mehr. Die hübschen Pakete unterm geschmückten Baum, die der Weihnachtsmann ausgerechnet in der kurzen Abwesenheit gebracht hat, sorgen auch ohne ausgepackt zu sein schon für Herzklopfen.

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Keine Geschenkeschlacht

Solange die Kinder im Haus sind, fällt meistens auch der Geschenkereigen üppiger aus – unabhängig davon, ob alle Haushaltsmitglieder auch wissen, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt.

Wer dann später Enkel hat, sollte die geplante Überraschung mit den Kindeseltern absprechen, damit es nicht schon am Heiligen Abend Stress gibt. Die Großeltern fragen also vorab die Eltern, was sinnvoll für die Kleinen ist, damit Weihnachten nicht in eine Geschenke-Schlacht ausartet.

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Variante mit Nachteilen

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die später zu den Weihnachtstagen nach Hause kommen, wird meistens im Vorfeld geklärt, was als Geschenk gewünscht wird. Damit der Rucksack, der Pulli oder die neue Decke fürs Sofa auch gefällt, ist die Vorweihnachtszeit geprägt von dem Satz: „Am besten holst Du Dir das selbst.“ Diese Variante hat zwei Nachteile: Das Weihnachtsgeschenk ist keine Überraschung mehr und der Beschenkte weiß, was sein Geschenk gekostet hat. Der große Vorteil liegt allerdings darin, dass es keine langen Gesichter gibt.

Den anderen zu überraschen – für Matthias Witte und Gabi Stolper ist das an kein festes Datum gebunden.

Den anderen zu überraschen – für Matthias Witte und Gabi Stolper ist das an kein festes Datum gebunden.

Beim Partner hört man ab September genauer hin, worüber er sich womöglich am Heiligabend freuen könnte. - „Ach, als wir ganz frisch verliebt waren …“, witzeln Gabriele Stolper (72) und Lebenspartner Matthias Witte (62), „… waren wir an Weihnachten ständig im Dienst“. Beide sind seit 28 Jahren ein Paar. Dass sie Weihnachten tatsächlich Zeit für sich haben, ist allerdings erst kurze Zeit so.

Früher, als beide im Altenheim gearbeitet haben, war immer viel zu tun. „Warum sollten wir zu Hause schmücken? Wir hatten in der Einrichtung eine gemütliche Weihnachtsstube und zig geschmückte Weihnachtsbäume“, schildert Matthias Witte. Gegenseitige Geschenke waren eher die Ausnahme. Gabi Stolper kann sich nur an eine Krawattennadel erinnern, die sie für „ihren Matthias“ gekauft hatte. Es ging immer mehr darum, welche Veranstaltung man mal gemeinsam besuchen wollte. „Und das haben wir dann gemacht!“ Seit Gabi Stolper im Ruhestand ist, genießt sie es allerdings sichtlich, das eigene Haus in Loccum in ein „Weihnachtshaus“ zu verwandeln.

Süße Adventsgrüße

Überraschungen sind für beide nicht an bestimmte Daten oder Feste gebunden. So erinnern sich beide gerne an eine besondere Überraschung: Gabi Stolper wollte mit dem Zug nach Süddeutschland fahren. Matthias Witte brachte sie zum Bahnhof und verabschiedete sie. Nachdem der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, ging die Tür zum Abteil von Gabi Stolper auf: „Ist hier noch ein Platz frei?“, fragte ihr Lebenspartner sie breit grinsend. Er begleitete sie bis Göttingen – eine echte Überraschung.

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„Das hat mich damals 88 Mark gekostet“, erzählt er. Eine aktuelle Recherche habe ergeben, dass die einst gebuchte Fahrt jetzt 44 Euro kosten würde. „Könnte ich also jederzeit wieder machen, ist nicht mal teurer geworden“, sagt er und lacht. Aus Sicht der beiden Loccumer hat sich das Schenken im Alter verändert: Es geht mehr um kleine Überraschungen im Alltag.

Kleine, süße Adventsgrüße gehen von Gabi Stolper und Matthias Witte auch in jedem Jahr an einige Familienmitglieder.

Es geht um Wertschätzung

Monika Dohle (71) und Michael Las Casas dos Santos (72) schenken sich zu Weihnachten gegenseitig nichts. „Das Geschenk ist, dass wir beide seit 2012 zusammen sind“, strahlen sie. Aus Sicht des Rehburgers sollte jeden Tag „Weihnachten“ sein, nicht nur einmal im Jahr, denn es gehe an jedem Tag um Wertschätzung und ein liebevolles Miteinander. Für die Familie seines Sohnes bereitet Michael Las Casas dos Santos in jedem Jahr eine „süße Weihnacht“ vor. Die Familie lebt in Lissabon und dort sind Lebkuchen & Co. nicht zu bekommen.

An Freunde und Bekannte senden Monika Dohle und Michael Las Casas dos Santos in diesen Tagen zahlreiche Weihnachtskarten. „Moni hat so eine tolle Handschrift und schreibt die Karten alle mit Füller“, schwärmt ihr Lebensgefährte. So bereiten beide vielen Bekannten und Freunden in der Advents- und Weihnachtszeit eine kleine Freude.

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