Wie schlimm steht es um die Skisaison?

Meteorologin befürchtet, „dass der Januar für viele Wintersportler ausfällt“

Skifahren ist im oberbayerischen Ruhpolding derzeit nur auf dem letzten Schneestreifen aus Kunstschnee möglich.

Skifahren ist im oberbayerischen Ruhpolding derzeit nur auf dem letzten Schneestreifen aus Kunstschnee möglich.

Hannover. Frühlingshafte Temperaturen und viel Regen lassen Wintersportler und Liftbetreiber um die Skisaison bangen. Bis zu 20 Grad wie zuletzt zum Jahreswechsel lassen keine Schneefälle zu. Nur weit oben wie etwa an der Zugspitze (2962 Meter) gab es zuletzt Schnee statt Regen.

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Ohne die umstrittenen Schneekanonen, da sind sich viele Liftbetreiber einig, wäre eine Skisaison nicht mehr möglich. Dabei konnte wegen der hohen Temperaturen zuletzt nicht einmal nachts beschneit werden.

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„Es sieht aktuell schlimm aus“, findet auch die Wetterkontor-Meteorologin Britta Siebert-Sperl, die selbst passionierte Skifahrerin ist. Die Alpennordseite trifft es derzeit am heftigsten, dort lag die Schneefallgrenze zuletzt häufig bei über 1500 Metern. An der Südseite sieht es etwas besser aus, wenn auch nicht viel.

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Wie steht es um die restliche Wintersportsaison?

Dass die Temperaturen so mild sind und damit auch die Schneefallgrenze so hoch liegt, liegt an der andauernden Westwetterlage, wie Siebert-Sperl erklärt. „Rund um Spitzbergen und Grönland liegt ein großes Kältereservoir. Das müsste mal wieder angezapft werden, wird es aber nicht, weil wir derzeit eine Westwetterlage haben“, sagt die Expertin. Der Jetstream lenke die kalte Luft über Skandinavien in Richtung Osteuropa – nördlich an Deutschland vorbei.

„Wir bekommen ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen vom Atlantik mit Höchstwerten um die 10 Grad und wechselhaftem Wetter. Niederschlag ist an sich nicht schlecht, aber die Schneefallgrenze ist bei den Temperaturen einfach zu hoch“, führt sie weiter aus. Diese Kette an Tiefdruckgebieten reiße bis Mitte und aller Voraussicht nach auch bis Ende Januar nicht ab, wie die verschiedenen Wettermodelle zeigen.

„Es könnte ab und an mal ein wenig schneien. Das ist dann aber eher Nassschnee, nichts für Wintersportler. Nach einem Wintereinbruch sieht es derzeit nicht aus. Da müsste sich schon arg etwas ändern in den Modellen“, meint Siebert-Sperl. Zudem seien die Böden für diese Zeit sehr warm, der Schnee würde schnell schmelzen.

Meteorologin warnt vor erhöhtem Verletzungsrisiko bei schlechter Schneequalität

Keine guten Aussichten also für Skifahrer, Snowboarder und Co. in den kommenden Wochen. „Ich befürchte, dass der Januar für viele Wintersportler ausfällt“, sagt Siebert-Sperl. Wer sich kurzfristig noch entscheidet, in den Skiurlaub zu fahren, oder die Möglichkeit besitzt umzubuchen, sollte auf Skigebiete ab 1500 Metern setzen. „Alles darunter wird schwierig“, meint die Expertin - auch mit Blick auf die Qualität des Schnees. Dieser sei bei zu hohen Temperaturen „sulzig und pampig“.

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Gerade für unerfahrene Wintersportler sei das ein Problem – und auch für Geübte wenig spaßig. „Der Schnee schiebt sich zusammen, es bilden sich Buckelpisten. Man bekommt Probleme, wenn man nicht genug Kraft hat. Dadurch erhöht sich auch das Verletzungsrisiko“, warnt die Meteorologin.

Siebert-Sperl: „Die hohen Skigebiete sind rappelvoll“

Wer im Januar einen Urlaub in einem Skigebiet oberhalb von 1500 Metern geplant hat, kann sich zwar wahrscheinlich über ausreichend Schnee freuen, muss sich gleichzeitig aber auch auf eine hohe Belegung einstellen. „Die hohen Skigebiete sind rappelvoll. Wer jetzt noch etwas auf die schnelle sucht, findet kaum Unterkünfte“, sagt Siebert-Sperl.

Welche Wetterlage im Februar zu erwarten ist, kann die Meteorologin nicht verlässlich sagen. Dazu liegt der Monat noch zu weit in der Ferne.

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