Wissenswertes und Kurioses

Surfende Schnecken, wandernde Inseln: 40 Wattenmeer-Fakten zum 40. Jahrestag

Wildester Ort des Wattenmeers: Die Sandbank Kachelot bei Juist.

Wilhelmshaven. Wie viel Sand verschlingt ein Wattwurm? Und wo liegt Kachelot? Anlässlich des Nationalpark-Jubiläums gibt es hier 40 Fakten, mit denen Sie bei der nächsten Wattwanderung glänzen können:

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1. Mit einem Alter von maximal 10.000 Jahren ist das Wattenmeer geologisch ein sehr junger Naturraum, der durch Wind und Wellen stetig neu geformt wird.

2. Das Wattenmeer ist nach Angaben der Unesco die größte zusammenhängende Wattlandschaft der Welt.

3. Klingt erfunden, es gibt ihn aber wirklich: Der Halligfliederspitzmausrüsselkäfer kommt in Deutschland nur im schleswig-holsteinischen Wattenmeer vor.

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4. Das Wattenmeer besteht aus verschiedenen Lebensräumen: Watt, Prielen, Sandbänken, Inseln, Salzwiesen, Dünen und Grünland.

5. Das Wattenmeer zählt zu den wenigen Gebieten weltweit, in denen natürliche geologische und ökologische Prozesse auf großer Fläche weitgehend ungestört ablaufen können.

6. 2009 wurden das niedersächsische und schleswig-holsteinische Wattenmeer Unesco-Weltnaturerbe.

7. Eine der häufigsten Muschelarten im Watt ist die Herzmuschel. Mit Glück kann sie nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer bis zu acht Jahre alt werden.

8. Wattschnecken sind surfend unterwegs. Bei auflaufendem Wasser heften sie sich an die Oberflächenhaut des Wassers. Sie erreichen dabei eine Geschwindigkeit von bis zu vier Kilometer pro Stunde.

9. „Welcher Seemann liegt bei Nanni im Bett?“ Mit diesem Spruch und den Anfangsbuchstaben merken sich viele die Namen der Ostfriesischen Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und Borkum.

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Widerstandsfähig: Halligen werden bei Sturmfluten teils überspült.

10. Im nordfriesischen Wattenmeer gibt es mit den zehn Halligen eine Besonderheit. Anders als „echte“ Inseln werden sie bei Sturmfluten überspült. Dann schauen nur noch die Warften, künstliche Erdhügel, aus dem Wasser.

11. Wenn im Wattenmeer Hochwasser ist, ist der zweite Flutberg auf der Erdhalbkugel genau auf der entgegengesetzten Seite bei Neuseeland.

12. Manche Arten im Wattenmeer benötigen genau die zusammenhängende Größe des Nationalparks. Der Mittlere Perlmutterfalter etwa, lebt in den Graudünen wegen der genau richtigen Habitatgröße, wie Benedikt Wiggering von der Nationalparkverwaltung erklärt.

Zugvogel-Rastplatz

13. Im Frühjahr und im Herbst ist der Nationalpark Rastplatz für etwa zwölf Millionen Zugvögel auf ihrem Weg in Sommer- oder Winterquartiere.

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14. Gemessen an der Landesfläche Deutschlands macht das Wattenmeer gerade einmal 0,03 Prozent der Fläche aus – allerdings kommen laut Wiggering etwa ein Viertel aller bekannten Pflanzenarten und ein Fünftel aller Tierarten vor.

15. Bei Niedrigwasser machen die trockenfallenden Wattflächen rund 40 Prozent der niedersächsischen Nationalparkfläche aus.

16. Miesmuscheln und Seegräser sind Ökosystembildner. Sie bilden harte Strukturen und schaffen damit Lebensräume für andere Arten.

17. Kachelot ist der womöglich wildeste Ort im Wattenmeer. Auf der Sandbank zwischen Borkum und Juist schauen Nationalparkmitarbeiter nur einmal im Jahr vorbei.

Zählen kann man sie nicht: Schätzungen zufolge gibt es 92 Milliarden Wattwürmer.

18. Das Nahrungsnetz im Wattenmeer reicht von mikroskopischen kleinen Algen bis hin zu Zugvögeln und Meeressäugern.

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19. Rund 92 Milliarden Wattwürmern leben einer Hochrechnung zufolge im Wattenmeer. Ihnen kommt eine wichtige Bedeutung im Nahrungsnetz zu – etwa als Nahrung für Vögel.

„Natur, Natur sein lassen“

20. Das Wattenmeer ist eine der fruchtbarsten Regionen der Erde. Nur in wenigen anderen Gebieten ist die Artenvielfalt größer.

21. Im Nationalpark gilt das Motto „Natur, Natur sein lassen“. Im niedersächsischen Teil sind 48 Prozent der Fläche komplett frei von menschlichem Einfluss, in diesen Zonen gibt es zum Beispiel auch keine Fischerei.

22. Spaghettihaufen im Watt: Wattwürmer müssen quasi alle 45 Minuten auf Toilette. Sie saugen Sand an, um darin enthaltende Nährstoffe zu fressen. Um den unverdaubaren Sand wieder loszuwerden, quetschen sie ihn raus.

23. Das Wattenmeer ist auch ein Ort für Erholung, Entspannung und Naturerleben. Jedes Jahr besuchen rund 20 Millionen Übernachtungs- und Tagesgäste die Region.

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24. Neu ins Watt eingewanderte Arten wie die Elfzähnige Rundkrabbe werden oft von Urlaubsgästen oder Artenkennern entdeckt. Meldungen sind über das Portal „BeachExplorer“ möglich.

25. Durch die Kraft von Wind, Wellen, Gezeiten und Strömungen wandern die Inseln im Wattenmeer langsam von West nach Ost – nur der Küstenschutz hält die Bewegung teils auf.

26. Spiekeroog und Norderney haben mit Abstand die größten, zusammenhängenden wilden Ostenden der Ostfriesischen Inseln.

27. Schweinwale sind die einzige heimische Wal-Art in Deutschland. Gute Chancen, ihre Finne im Wattenmeer auftauchen zu sehen, gibt es jedes Frühjahr bei den Schweinswaltagen in Wilhelmshaven.

28. Etwa ein Dutzend Ranger sind im niedersächsischen Nationalpark unterwegs. Sie sind präsent als Nationalparkwacht, bieten aber auch geführte Touren an.

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29. Die größten Raubtiere Mitteleuropas leben im Wattenmeer. Kegelrobben brauchen für die Aufzucht ihrer Jungen ungestörte Sandbänke.

30. Mit dem Klimawandel ändern sich ständig die Wattflächen und deren Besiedlung. Ohne, oder nur mit geringem menschlichem Einfluss kann sich das System an veränderte Bedingungen zumindest in Teilen anpassen.

31. Mit einer Fläche von rund 4400 Quadratkilometern ist der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ein Stück größer als die Insel Mallorca.

32. Vor der Einrichtung des Nationalparks in Schleswig-Holstein 1985 waren fast alle Orte an der Westküste dagegen. Heute genießt der Nationalpark hohe Akzeptanz.

Sternenfunkeln

33. Im Wattenmeer vor Nordstrand fanden Forschende Überreste der Siedlung Rungholt und bestätigen damit einen bedeutenden mittelalterlichen Handelsplatz, der von der Nordsee verschlungen wurde.

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34. Spiekeroog und Pellworm mitten im Wattenmeer sind seit 2021 als „Sterneninseln“ ausgezeichnet, wo sich der Nachthimmel besonders gut beobachten lässt.

Größtes Raubtier: Tausende Seehunde leben im Wattenmeer.

35. Seehunde sind an Land eher behäbig, im Wasser können sie aber bis zu 35 km/h schnell werden.

36. Ein Erfolg des Nationalparks ist die Ansiedlung des Löfflers: Seit Mitte der 1990er Jahre ist er als Brutvogel im deutschen Wattenmeer zu finden.

37. Experten unterscheiden zwischen Sandwatt, Mischwatt und Schlickwatt. Auf Sandwatt lässt sich am besten Wattwandern.

38. Als Schaufenster in den Nationalpark gelten die Nationalparkhäuser. In manchen Ausstellungen sind Aquarien und sogar Walskelette zu bestaunen.

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39. Mit 137 Quadratkilometern macht der Hamburger Nationalpark das kleinste Stück des Wattenmeeres aus und liegt eigentlich vor Cuxhaven.

40. Von Afrikaans bis Westfriesisch: Wer möchte, kann sich unter www.nationalpark-wattenmeer.de/wissensbeitrag/40sprachen in mehr als 40 Sprachen über den Nationalpark informieren.