Schutz für die Kleinsten

Schweiz lässt weltweit erstes Malaria-Medikament für Säuglinge zu

Nur bestimmte Stechmücken können Malaria übertragen.

Die Schweiz hat am Dienstag ein Malaria-Medikament für Kleinkinder und Neugeborene zugelassen. Es handelt sich um das Arzneimittel „Coartem Baby“ des Schweizer Pharmaunternehmens Novartis, das speziell zur Behandlung von Malaria bei Säuglingen mit einem Körpergewicht zwischen zwei und fünf Kilogramm entwickelt wurde. Es ist das erste Malaria-Mittel dieser Art weltweit.

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Millionen Infizierte jedes Jahr

Malaria ist eine Krankheit, die durch bestimmte Mückenarten auf den Menschen übertragen wird. Sie löst für gewöhnlich unspezifische Beschwerden wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen aus; in schweren Fällen kann es aber auch zu epileptischen Anfällen, Blutarmut, Nieren- und Lungenversagen kommen.

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Jedes Jahr infizieren sich Millionen Menschen weltweit, insbesondere in Afrika. Allein im Jahr 2023 gab es 263 Millionen Fälle, wie aus dem Weltmalaria-Report der Weltgesundheitsorganisation hervorgeht. Die meisten wurden in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda verzeichnet.

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Nach Angaben von Novartis werden in afrikanischen Malariarisikogebieten jedes Jahr etwa 30 Millionen Babys geboren. Die Pharmafirma verweist auf eine westafrikanische Studie, in der sich zeigte, dass sich im Schnitt 11,8 Prozent der Kinder unter sechs Monaten mit Malaria infizieren.

Medikament schließt Behandlungslücke

Geplant ist, dass das neue Malaria-Medikament für Neugeborene auch in Afrika zum Einsatz kommt. In das Zulassungsverfahren waren Behörden aus acht afrikanischen Ländern eingebunden – darunter Kenia, Burkina Faso, Nigeria und Mosambik. Damit das Arzneimittel dort verwendet werden kann, muss Novartis die Zulassung formell jeweils neu beantragen.

Mit dem Medikament will das Pharmaunternehmen eine Behandlungslücke schließen. Denn bisher haben Säuglinge Malaria-Mittel erhalten, die eigentlich für ältere Kinder gedacht sind. Das birgt jedoch die Gefahr einer Überdosierung. „Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit unseren Partnern die erste klinisch erprobte Malariabehandlung für Neugeborene und Kleinkinder entwickelt zu haben“, sagte Novartis-Chef Vas Narasimhan. „So stellen wir sicher, dass auch die Kleinsten und Schwächsten endlich die Behandlung erhalten, die sie verdienen.“

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„Coartem Baby“ ist auflösbar, auch in der Muttermilch, und hat einen süßen Kirschgeschmack. Das soll die Verabreichung erleichtern. Novartis spricht von einem „Not-for-Profit“-Medikament – also eines, das nicht der Gewinnmaximierung dient, sondern die Gesundheitsversorgung, insbesondere für Menschen in Entwicklungsländern oder mit begrenztem Zugang zu Medikamenten, verbessern soll.