Kuchen in Zeiten der Revolution: Luftige Brioche
Es war einmal am Hof von Versailles, zu Zeiten von Ludwig XVI. von Frankreich: Während draußen die Revolution tobte, interessierte sich seine Gattin nur wenig für Politik. Das Volk hungerte, Marie-Antoinette ließ sich mit imposanten und gepuderten Frisuren schmücken - sie war bekannt für ihren Hang zum Vergnügen.
Ausschweifender Lebensstil zu Revolutionszeiten
Ihr ausschweifender Lebensstil brachte das Volk gegen sie auf. Auch ihre Herkunft als Österreicherin machte sie vor allem im französischen Adel verhasst und weckte Neid. Noch heute haftet ihr eine Aussage an, die sie tatsächlich nie getroffen hat: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen.“ Die Arroganz passte einfach zu gut zu dem, was man von ihr dachte, und wurde zum Sinnbild der Weltfremdheit und des Unverständnisses des Hochadels.
Doch wer sagte den Satz tatsächlich? Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau schrieb ihn 1766 in seiner Biografie nieder: „Endlich erinnerte ich mich des Notbehelfs einer großen Prinzessin, der man sagte, die Bauern hätten kein Brot, und die antwortete: ‚Dann sollen sie Brioche essen!‘“ Damit soll er sich auf Maria Theresia von Spanien bezogen haben – Marie Antoinette war zu dieser Zeit gerade mal elf Jahre alt.
Erste Brioche entstanden in der Normandie
Brioche gehören zu den bekanntesten Gebäcken Frankreichs, ihre Ursprünge gehen bis ins Mittelalter zurück. Frühe Versionen entstanden in der Normandie – einer Region, die für ihre besonders hochwertige Butter bekannt war. Der Name wird übrigens häufig mit dem alten französischen Verb brier, also kneten oder den Teig schlagen in Verbindung gebracht. Mit der weichen und luftigen Textur und dem charakteristischen Geschmack lässt sich Brioche fabuleux zum Frühstück mit etwas Konfitüre verzehren. Doch auch am Abend, mit etwas aufgeschlagener Butter, leitet es die Vorspeise ein.
Das alte französische Verb brier bedeutet kneten
Um 12 Stück Brioche zu backen, benötigen Sie: 100 ml Milch, 20 g Zucker, 20 g frische Hefe, 350 g Mehl (plus etwas zum Bearbeiten), 3 Eier (Kl. M), 1 Prise Salz, 100 g Butter (weich, in Flocken), 1 Eigelb (Kl. M), 1 EL Schlagsahne.
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Zur vollständigen AnsichtErwärmen Sie zunächst die Milch – gerade so weit, dass sie handwarm ist, und lösen Sie darin Zucker und Hefe auf. Dann wird das Mehl darüber gesiebt und mit dem Schneebesen eingerührt, bis ein glatter Vorteig entsteht. Abgedeckt darf der Teig nun an einem warmen Ort etwa zwanzig Minuten ruhen.
Geben Sie nun das restliche Mehl zusammen mit dem Vorteig, der übrigen Milch, den Eiern und einer Prise Salz in eine große Schüssel. Alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Zuletzt die Butter in kleinen Flocken hineingeben. Nun darf der Teig abgedeckt etwa eine Stunde ruhen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Kneten Sie ihn anschließend noch einmal auf einer bemehlten Arbeitsfläche, bevor Sie ihn in acht gleich große Portionen unterteilen. Formen Sie daraus Kugeln und platzieren Sie sie dicht nebeneinander in einer mit Backpapier ausgelegten länglichen Kuchenform. Lassen Sie ihn zuletzt erneut etwa eine halbe Stunde ruhen.
Dünn bestreichen, damit die Brioche goldig glänzt
Den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und Eigelb und Sahne miteinander verquirlen und vorsichtig über den Teig streichen. Geben Sie Acht: Eine dünne Schicht genügt vollkommen, damit die Brioche goldig glänzt. Gebacken wird etwa eine halbe Stunde lang, bis die Oberfläche gebräunt ist und die Küche nach Butter und Hefe duftet. Danach kurz abkühlen lassen, vorsichtig aus der Form lösen. Schneiden Sie die Stückchen gerne noch lauwarm an und holen Sie nach, was der Hofstaat verpasst hat: Verteilen Sie sie großzügig an Ihre Familie, Arbeitskollegen und Nachbarschaft.