Frittierte Köstlichkeiten: So bereiten Sie Scotch Eggs zu
Schotten sind berühmt – wenn nicht berüchtigt – dafür, alles und jedes zu frittieren. Manch einer schüttelt sich angesichts dessen schon beim inoffiziellen Nationalgericht Fish and Chips, doch es geht noch kreativer: In Edinburgh etwa werden heutzutage an vielen Ecken frittierte Schokoriegel angepriesen, auch wenn diese ursprünglich mal in Form von frittierten Mars-Riegeln etwas weiter nördlich in Stonehaven erfunden worden sein sollen.
Wie man Fisch und Schokoriegel frittiert (wenn es denn unbedingt sein soll), lässt sich leicht herausfinden. Deswegen soll es hier heute um eine ganz andere Spezialität gehen, die heißes Fett erfordert: Scotch Eggs. Dahinter verbergen sich gekochte Eier, die mit Wurstbrät umhüllt, in Brotkrumen paniert und schließlich frittiert werden.
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Zur vollständigen AnsichtScotch Eggs sind in Großbritannien ein Klassiker bei Picknicks und auch außerhalb der Insel eine überaus kreative Zwischenmahlzeit. Es gibt wohl nur einen Grund dafür, dass sie sich in Edinburgh und anderen Teilen Schottlands bislang nicht so wirklich gegen Mars-Riegel und Fisch durchsetzen konnten: Sie stammen trotz ihres Namens gar nicht aus Schottland, sondern aus England.
Mahlzeit für Reisende
Im Jahr 1738 sollen Scotch Eggs im Londoner Nobelkaufhaus Fortnum & Mason erfunden worden sein. Gedacht gewesen seien sie als Mahlzeit für Reisende, hat das in kulinarischen Fragen bis heute wegweisende Geschäft in den eigenen Archiven recherchiert.
„Niemand weiß, ob es ein bestimmtes Rezept gab, das das Scotch Egg inspirierte“, schreibt das Unternehmen auf seiner Website, „aber es gibt auf der ganzen Welt traditionelle Gerichte, in denen Fleisch und ein gekochtes Ei gemischt werden.“ So sei es möglich, dass zuvor etwa das indische Eiergericht Nargisi Kofta von Mitarbeitern der Ostindien-Kompanie nach England gebracht wurde. Ähnliche Rezepte gab es damals auch in den Niederlanden, Indonesien und anderen Länden.
So bereiten Sie das Scotch Egg zu
Ei, Wurst, Frittierfett – vermutlich wäre das Scotch Egg heutzutage schon aus gesundheitlichen Gründen nicht erfunden worden. Halten wir uns also an die traditionellen Rezepte aus Großbritannien.
Sie benötigen für sechs Eier: drei Esslöffel Olivenöl, eine klein gehackte große Zwiebel, zwei Knoblauchzehen (zerdrückt), einen Teelöffel zerhackten Thymian, 400 Gramm Hackfleisch, sieben Eier, 75 Gramm Mehl, 75 Gramm Semmelbrösel, Salz, Pfeffer, Pflanzenöl zum Frittieren. Früher wurden auch Anchovis zum Fleisch gemischt – das ist jedoch für viele eher gewöhnungsbedürftig.
Zunächst das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin anbraten. Knoblauch und Thymian einrühren und etwa 20 Minuten abgedeckt kochen lassen. Die Mischung anschließend in einer Schüssel ohne Hitze mit dem rohen Hackfleisch vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Sechs der sieben Eier für sechs Minuten kochen, abschrecken und abpellen. Vorsichtig mit der Fleischmischung umhüllen. Das verbliebene Ei verquirlen, dann die mit Hack ummantelten Eier nacheinander in Mehl, Eimasse und Semmelbrösel tauchen und darin wenden, sodass sie rundum bedeckt sind. Eine Stunde kühl lagern. Anschließend jeweils sieben bis acht Minuten frittieren, bis die Scotch Eggs goldbraun sind, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Für eine vegetarische Version ersetzen Sie Thymian und Hackfleisch durch 400 Gramm Kichererbsen, einen Esslöffel gemahlenen Kreuzkümmel und einen Esslöffel klein gehackten Koriander. Entweder gleich warm essen oder kalt stellen und dann unterwegs genießen – vielleicht ja bei einem Picknick, so wie es bis heute in Großbritannien üblich ist.