Tick, Trick und warum der Knoten den Tuck toppt
Ein guter Tuck, um glücklich zu sein, setzt voraus, dass man sein letztes Hemd nicht weggegeben hat. Denn nur, wenn man eins besitzt, kann man auch mit dem Modetrick schlechthin in diesem Sommer experimentieren – dem Stecken. In der Modesprache Englisch sagt man dazu Tuck. Und diese Methode kann zum Tick werden, denn vor allem bei Frauen kommt es derzeit weniger darauf an, was für eine Bluse man trägt, sondern vielmehr darauf, wie man sie trägt.
Glaubt man den Kommentaren von selbst ernannten Modeexpertinnen im Netz oder auch den Tipps von Fachleuten aus der Fashionbranche, kann man tatsächlich viel falsch machen, wenn man nicht weiß, wohin mit den Hemdzipfeln. Denn ob sie vorne, hinten oder insgesamt aus Hosen- oder Rockbund raushängen oder feststecken, ist von vielen Dingen abhängig. Daher wird auch zwischen verschiedenen Varianten des Fixierens unterschieden: Neben der klassischen Version, das Hemd komplett in den Bund zu stecken, gibt es noch den French sowie den Half Tuck.
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Zur vollständigen AnsichtFließender Stoff für den perfekten Übergang
Streng „getuckert“ geht man am besten ins Büro oder zu formellen Terminen. Vor allem aber, wenn Hose oder Rock eher weit geschnitten sind oder eine hohe Taille haben, ergibt es Sinn, die Bluse eher figurbetont zu tragen und den Saum quasi hinter der Gürtellinie verschwinden zu lassen. Bei schmal geschnittenen Hosen, etwa einer Skinny Jeans, darf das Oberteil luftig-locker um die Hüften wehen – so wie einst die weißen Herrenhemden der von Fotograf Peter Lindbergh legendär am Strand in Szene gesetzten Supermodels der 1990er-Jahre.
Sozusagen als Zipfel des guten Geschmacks gilt der besonders lässige French Tuck. Das Styling passt immerhin zur derzeit angesagten Mullet-Frisur, auch bekannt als Vokuhila: vorne kurz, hinten lang. Diese Devise gilt auch für den French Tuck, bei dem Hemd- oder Blusensaum vorne in den Bund gesteckt werden, während er hinten raushängt. Für den perfekten Übergang zwischen kurz und lang sollte das Oberteil aus fließendem Stoff sein. Das funktioniert auch mit T-Shirts oder Pullis.
Der Knoten toppt den Tuck
Der Half Tuck ist was für besonders legere oder auch besonders unentschlossene Menschen: Hier wird lediglich ein vorderer Hemdzipfel reingesteckt. Der Rest darf schlabbern. Was mancher für nachlässig angezogen hält, soll dem Outfit laut einschlägiger Modemagazine eine besondere Dynamik verleihen.
Wie auch immer man sich am Ende entscheidet: Insgesamt lockern die Stecktricks auf jeden Fall das konservative Image klassischer Hemden und Blusen auf. Der Tuck als Stylingkniff wird nur noch durch den Knoten getoppt, der sich seit etwa fünf Jahren nicht mehr auflöst. Vor allem nicht im Sommer: Für selbst designte Crop Tops, mit denen Bauchfreiheit zelebriert wird, werden T-Shirts und Hemden über dem Nabel geknotet. So wie einst Ende der Achtzigerjahre, als der Tanzfilm „Dirty Dancing“ den Look, den es im Übrigen schon in den Jahrzehnten davor immer mal wieder gab, richtig populär machte. Was damals noch unkompliziert war (Hemdzipfel festzurren und fertig), ist durch das Internet und die zahlreichen Tutorials zum Knoten von Tops immer verworrener geworden: Es gibt unterschiedliche Techniken und Auffassungen darüber, ob man den überhängenden Zipfel baumeln lässt oder einfach mit verknotet.
Zum Glück gibt es diesen Sommer jede Menge Shirts mit Knoten zum Kaufen – für die braucht man auch keine Tuck-Technik.