Kein Mensch durfte eingreifen: Zebrafohlen in Ströhen geboren
Ströhen. Im Tierpark Ströhen ist ein männliches Steppenzebrafohlen geboren worden. Die Geburt verlief ohne Komplikationen und komplett ohne menschliches Eingreifen. Für den Zoo ist das keine Selbstverständlichkeit, denn bei Zebras gelten andere Regeln als bei Hauspferden.
In den ersten Tagen blieb das Jungtier geschützt im Hintergrund der Anlage. Inzwischen erkundet der kleine Hengst regelmäßig das Außengehege und folgt seiner Mutter aufmerksam durch die Herde. Nach Angaben des Tierparks entwickelt sich das Fohlen altersgerecht.
Warum Zebra-Geburten anders sind als bei Pferden
„Bei Zebras ist eine Geburt immer eine besondere Situation“, erklärt Tierpark-Inhaber und Tierarzt Dr. Nils Ismer. Anders als bei Pferden könne man als Mensch nicht unterstützend eingreifen. „Zebras sind Wildtiere und können für Menschen gefährlich werden. Ein Eingreifen würde die Tiere zusätzlich aufscheuchen und die Situation eher komplizieren als verbessern“, sagt Ismer. Deshalb habe das Team die Geburt bewusst nur aus der Distanz beobachtet und engmaschig überwacht.
Dass ein Eingreifen ausgeschlossen ist, unterscheidet Zebras deutlich von Hauspferden. Ismer betreibt neben dem Tierpark ein Arabergestüt mit rund 180 Pferden. Dort gehören unterstützte Geburten zum Alltag. Tierärzte betreten die Box, helfen der Stute und greifen bei Problemen schnell ein. „Bei Pferden ist das üblich und oft auch sinnvoll“, sagt Ismer. „Bei Zebras ist das ausgeschlossen. Umso beeindruckender ist es, wenn eine Geburt reibungslos verläuft.“
Zucht-Erfolge: Ein Beitrag zum Artenschutz
Für den Tierpark hat die Geburt auch fachliche Bedeutung. Bereits im vergangenen Jahr wurde in Ströhen ein Zebrafohlen geboren. Der Zoo wertet das als Zeichen für ein stabiles Herdengefüge und gute Haltungsbedingungen. Gleichzeitig sind erfolgreiche Nachzuchten für zoologische Einrichtungen ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz.
Steppenzebras gelten zwar als die häufigste Wildpferdeart Afrikas, doch die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Tiere als potenziell gefährdet ein. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei setzen den Beständen zu. Zoos versuchen deshalb, durch kontrollierte Nachzuchten langfristig zum Erhalt der Art beizutragen.
Namenswettbewerb: Wie soll das Fohlen heißen?
Noch ist der junge Zebra-Hengst namenlos. Das soll sich bald ändern: Ab Freitag, 15. Mai, ruft der Tierpark Ströhen auf Facebook und Instagram dazu auf, Vorschläge für den Namen des Fohlens einzureichen. Besucherinnen und Besucher können anschließend mitentscheiden, wie der Nachwuchs künftig heißen soll.
DH