Rechte Partei gewinnt im Landkreis Nienburg

Sag mir, wo die Wähler sind: Bei der AfD!

Die AfD ist der große Gewinner der Kommunalwahl im Landkreis Nienburg.

Landkreis. Am Morgen nach der Kommunalwahl im Landkreis Nienburg werden sich die Verantwortlichen der bisherigen Platzhirsch-Parteien die Augen gerieben haben: Sag mir, wo die Wähler sind, wo sind sie geblieben? Die Antwort auf diese poetische Frage ist höchst prosaisch: bei der AfD!

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Kreisweit ist die AfD aus dem Stand in alle Räte eingezogen, für die sie erstmals Kandidaten benannt hat. Wo sie bereits vertreten war, hat sie ihr Ergebnis mindestens gehalten, überwiegend sogar gesteigert.

Exemplarisch dafür stehen der Kreistag und die drei Stadträte. Zwei Sitze hatte die AfD vor fünf Jahren im Kreistag bekommen. Jetzt sind es neun. 2021 zog lediglich ein einziger AfDler in Nienburgs Stadtrat ein. Jetzt sitzen dort acht. CDU und SPD haben nur noch jeweils neun Mandate. Im Rehburg-Loccumer Stadtrat wuchs die AfD-Fraktion von einem auf vier Mitglieder. In Hoya von Null auf drei. Auch die Linke hat hinzugewonnen und ist nun in Kreistag und Stadtrat Nienburg mit je zwei Gewählten vertreten.

Alle anderen Parteien sind Wahlverlierer. An der Spitze bei den Mandatsverlusten steht die CDU, gefolgt von SPD, Grünen und FDP. Ganz offensichtlich trauen immer weniger Menschen den bisherigen Mehrheitsparteien in den Räten zu, die Zukunft im Landkreis Nienburg positiv zu gestalten. Auf kommunaler Ebene spielen Wahlprogramme keine Rolle. Der Erfolg der AfD ist der beste Beweis dafür. Schließlich ist die AfD nicht irgendeine Partei: Der Verfassungsschutz stuft die Niedersachsen-AfD als gesichert rechtsextremistisch ein und beobachtet sie nachrichtendienstlich.

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Da stellt sich die Frage, welche Lehren die Verantwortlichen aus der Wahlschlappe ziehen werden. Zuerst sollten sie sich fragen: Wer ist für das schlechte Wahlergebnis der bisherigen Mehrheitsparteien verantwortlich? Die Antwort darauf lautet keinesfalls: die Wählerinnen und Wähler.

Noch vor fünf Jahren hätte ich an dieser Stelle geschrieben, dass es die Kandidatinnen und Kandidaten sind, die auf lokaler Ebene wahlentscheidend sind. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch so. Bei CDU und SPD in Nienburg haben Tim Hauschildt und Cornelia Feske mit ihrer Bekanntheit das Schlimmste für ihre Parteien verhindert. Hauschildt holte 1.848 der 5.707 Kandidatenstimmen der CDU. Feske sammelte 1.220 der 4.916 Erststimmen der SPD ein.

Im Widerspruch dazu steht allerdings das Wahlergebnis der AfD. Denn bei allem Respekt: Wer kennt die neuen Stadtratsmitglieder um den wiedergewählten Colm O‘Torain? Okay, einige werden sich an Klaus Oestmanns skurrile Auftritte als Bürgermeisterkandidat vor fünf Jahren erinnern. Viel mehr Menschen kennen ihn jedoch von der Theke seines Imbisses.

Die anderen Personen um AfD-Stimmenkrösus Bastian Obst sind weitestgehend unbekannt. Aber ich prophezeie an dieser Stelle: Die Mitglieder der anderen Parteien aus dem Nienburger Stadtrat werden sie kennenlernen. Spätestens wenn die AfD im Stadtrat und in den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften mitmischt – und allerspätestens nach der Kommunalwahl in fünf Jahren.

DH