ZDF wirft „Widerstands-Lied" aus Programm

Mutlos auf dem Mainzer Lerchenberg

Wurde jetzt vom ZDF ausgeladen: Rapper Danger Dan, hier bei einem Auftritt auf dem Festival "Jamel rockt den Förster".

Deutschland im Sommer 2026 – ein Land im Stresstest. Und in Furcht, die anstehenden Herbstwahlen könnten erstmals seit 1945 Rechtsextremisten in einem Bundesland in politische Verantwortung bringen.

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Passend dazu heißt ein Lied des Rappers Danger Dan und des Pianisten Igor Levit „Keine Angst“. Doch Angst, so scheint es, hat die Verantwortlichen des ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg fest im Griff: Man lud die Künstler aus der Satiresendung „Die Anstalt“ am 21. Juli aus. Der Text könne als Aufruf zur Gewalt verstanden werden, so die Begründung.

Seit Jahren steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) unter Dauerfeuer: Rechtsparteien, Medien, teils eigene wirtschaftliche Interessen verfolgend, dazu ein Teil der Öffentlichkeit, der sich aus verschiedenen Gründen im Nirwana alternativer Wahrheiten verlaufen hat, haben dem ÖRR den Krieg erklärt. Vorwürfe: Ideologische Einseitigkeit einerseits, Geldverschwendung andererseits.

Dass antiliberale Kräfte, kaum an die Macht gekommen, zuallererst auf Justiz und Medien zielen, weiß man aus Polen, Ungarn, USA. Daher ist nachvollziehbar, dass die Nerven in Mainz blank liegen. Doch dieser Kotau wird die Feinde des ÖRR nicht versöhnen, sondern bestärken. Zumal sich im Lied „Keine Angst“ kein Aufruf zur Gewalt finden lässt. Anders als jüngst auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau, wo ein spaßbefreiter Komiker unwidersprochen über die Tötung demokratischer Politiker witzeln durfte.

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Eine ganz andere Botschaft zieht sich indes wie ein roter Faden durch „Keine Angst“: Widerstand. In den USA, Ungarn und Polen waren Widerstand ein rares Gut. Unsere Verfassung, die vielleicht beste der Welt, ermuntert aber ausdrücklich dazu: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand“, heißt es im GG, Artikel 20, Absatz 4. Um diese Bundesrepublik zu erhalten, wird es Widerstand brauchen – gerade von jenen, die jetzt noch mutlos sind.