Lost Places

Diese einst lustigen Freizeitparks locken keine Besucher mehr

Verlassene Achterbahn: Manche einst lustige Freizeitparks sind heute verlassene Orte.

Freizeitparks stehen für Abenteuer, Freude und unvergessliche Erlebnisse. Doch nicht alle Parks haben das Glück, ihre Tore dauerhaft für Besucherinnen und Besucher offenzuhalten.

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Naturkatastrophen, wirtschaftliche Probleme oder tragische Unfälle haben viele von ihnen zu verlassenen, verfallenen Orten gemacht – einst lebendige Attraktionen, die heute nur noch Schatten ihrer Vergangenheit sind. Nicht alle Lost Places werden jedoch dem Verfall überlassen. In manchen geschieht wieder etwas.

Six Flags in New Orleans, USA

Er war eine der Attraktionen im US-Bundesstaat Louisiana – bis 2005 der Hurrikan „Katrina“ auftauchte und alles zunichtemachte. Erst im Jahr 2000 hatte der damals noch Jazzland genannte Freizeitpark aufgemacht. 135 Millionen US-Dollar ließ sich der Investor das kosten.

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Der Park, der seit 2002 dann Six Flags Amusement Park hieß, sollte eigentlich um einen Wasserpark erweitert werden, doch die Naturkatastrophe durchkreuzte die Pläne: Bis zu drei Meter hoch stand das Wasser durch den Hurrikan im Park. Die Attraktionen wurden so stark beschädigt, dass der Investor den Park nicht wieder aufbauen ließ.

Hurrikan „Katrina“ wütete 2005 und überflutete den Six Flags Amusement Park in New Orleans.

Okpo-Land in Geoje, Südkorea

Eine Achterbahn, ein Karussell, einige kleinere Fahrgeschäfte, das machte den Okpo-Park auf der südkoreanischen Insel Geoje aus. Bis 1999 – dann wurde der Park geschlossen. Seither stehen die Fahrgeschäfte herum und verfallen, der Müll liegt teilweise noch dort, wo er einst bei der plötzlichen Schließung zurückgelassen wurde.

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Der angebliche Grund für die Schließung: 1990 und 1999 soll jeweils ein kleines Mädchen durch ein Fahrgeschäft tödlich verletzt worden sein. In beiden Fällen war es dasselbe Karussell. Während die Legende besagt, dass der Betreiber den Park nach dem angeblichen Tod des zweiten Kindes schließlich geschlossen habe, ist es auch plausibel, dass der Park 1999 aus wirtschaftlichen Gründen im Umfeld der asiatischen Finanzkrise geschlossen wurde.

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Spreepark in Berlin-Köpenick, Deutschland

Es war einst der einzige Freizeitpark in der DDR – und wer weiß, vielleicht gibt es bald eine Renaissance? Der Spreepark im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick wurde 1969 als Kulturpark Plänterwald eröffnet und hatte bis zu 1,7 Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr.

Doch nach der Wende kam alles anders: Der Park wurde nach westlichem Vorbild umgemodelt, aber die Besuchenden blieben aus. 2001 ging der Betreiber insolvent, das Areal lag seither brach. Der Freizeitpark wurde zu einem der spannendsten Lost Places in Berlin. 2014 allerdings kaufte das Land Berlin die Anlage – mit dem Ziel, sie wieder nutzbar zu machen.

Wie auf der Website des Spreeparks nachzulesen ist, seien die Hauptbaumaßnahmen für den neuen Spreepark im vollen Gange. Als erster Meilenstein gilt die Wiedereröffnung des sogenannten Eierhäuschens im März 2024. Für 2027 ist die komplette Neueröffnung vorgesehen.

Der einstige Vergnügungspark Spreewald in Berlin ist seit 2002 geschlossen.

Prypjat-Vergnügungspark in Prypjat, Ukraine

Ein vollständig ausgestatteter Freizeitpark, der nie wirklich geöffnet war, ist der Vergnügungspark Prypjat in der Ukraine. Am 1. Mai 1986, im Rahmen der Mai-Feierlichkeiten, sollte der Freizeitpark erstmals seine Tore öffnen.

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Doch es kam nie so weit, denn am 26. April 1986 passierte das Unvorstellbare: Ein Kernreaktor im nur wenige Kilometer entfernten Tschernobyl explodierte. Am Tag danach entschied man sich, den Park schon zu öffnen, um die Menschen abzulenken – doch nach nur wenigen Stunden wurde der Betrieb eingestellt und Prypjat evakuiert.

Drei Tage vor der Eröffnung des Prypjat-Freizeitparks explodierte im benachbarten Tschernobyl ein Atomreaktor.

Bis zum Krieg Russlands gegen die Ukraine war Tschernobyl bei Touristinnen und Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. In den sozialen Medien gibt es zahlreiche Fotos vom Ort, der zum Symbol der Nuklearkatastrophe geworden ist.

Wonderland in Peking, China

Es sollte der größte Freizeitpark Asiens werden – auf 49 Hektar wurde Wonderland an der Stadtgrenze von Peking in China gebaut. Anfang der 1990er begann das Prestige-Projekt, inspiriert von den großen Disney-Parks weltweit. Doch irgendwann ging dem Investor Reignwood Group das Geld aus – und es kam zum Streit über Grundstückspreise mit den ansässigen Bauern.

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Wonderland sollte der größte Freizeitpark Asiens werden, doch wegen Streitereien zwischen den Investoren wurde der halb fertige Park nie eröffnet.

1998 wurde der Bau gestoppt – da war Wonderland schon fast fertig. 2013 wurden die meisten Gebäude wieder abgerissen, nur das unfertige Schloss blieb noch eine Zeit lang stehen. Mittlerweile wurde das Gelände kommerziell weiterentwickelt – unter anderem für ein Outlet-Projekt.

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Geauga Lake Amusement Park in Aurora, USA

Der Geauga Lake in Ohio war so alt wie nur wenige Freizeitparks: Bereits 1889 eröffnete der Park am gleichnamigen See als Freizeitpark. 120 Jahre lang hatten Familien hier Spaß, fuhren Achterbahn und erfreuten sich an Karussells und Spaßbuden.

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Doch Ende der 1990er-Jahre lief es nicht mehr so gut für den Park. Der neue Betreiber Six Flags installierte zwar noch vier neue Achterbahnen, doch die Besucher blieben aus. 2005 wurde der Wasser-Park Wildwater Kingdom eröffnet, auf demselben Areal. Doch nur zwei Jahre später gaben die Investoren auf: Am 16. September 2007 schloss der Geauga Lake Amusement Park, der im Laufe der Jahre vier verschiedene Namen hatte.

Auch dem neuen Wildwater Kingdom mit drei Pools und 15 Wasserrutschen erging es nicht viel besser. Keine zehn Jahre später, am 5. September 2016, gingen auch hier die Tore für immer zu. Dich mittlerweile herrscht wieder Betrieb: 2026 eröffnete auf einem Teil des früheren Geländes ein Meijer-Markt. Daneben werden Wohnprojekte und der öffentliche Aurora Park am Geauga Lake entwickelt.

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Encore Garden in Taichung, Taiwan

Es war einmal ein überaus beliebter und berühmter Freizeitpark – doch dann kam die Natur und zerstörte ihn. Encore Garden in Taichung in Taiwan war nicht nur für seine Karussells, seine Spielplätze und sein Theater berühmt, sondern hatte für die damalige Zeit einige technische Attraktionen: So gab es etwa ein Kino auf einem Wasservorhang, der als Leinwand fungierte.

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Doch im September 1999 bebte die Erde in Taiwan – rund 2400 Menschen verloren ihr Leben. Und Encore Garden wurde zerstört. Die Betreiber bauten den Park unter schwierigen Bedingungen zwar halbwegs wieder auf und eröffneten ihn auch wieder teilweise – doch an die glanzvollen Zeiten konnte man nicht mehr anknüpfen. 2008 war dann auch Schluss, dem Investor ging das Geld aus und die Besucher blieben ohnehin aus.

Obwohl das Gelände immer noch privat und der Zutritt daher nicht gestattet ist, wurde Encore Garden mit den Jahren zu einem beliebten Foto-Spot. Einige Jahre gab es sogar Touren, doch das wurde inzwischen eingestellt.

Cementland nahe St. Louis, USA

In Cementland fanden große Träume eines Bildhauers ein trauriges Ende. Bob Cassilly wollte auf dem 22 Hektar großen Gelände einer ehemaligen Zementfabrik am Riverview Drive in St. Louis einen Vergnügungspark errichten, der die Zementherstellung in St. Louis feierte – unter anderem mit skurrilen Skulpturen aus Stein und Zement.

Schon nach kurzer Zeit hatte er aus der alten Fabrik eine Art Schloss geschaffen, mit einem Innenhof aus gemeißelten Kreationen. Doch am 26. September 2011 starb Cassilly auf dem Gelände. Zunächst schien es, als sei sein Bulldozer mit ihm einen Hügel hinuntergestürzt. Doch 2016 ergab ein weiterer Autopsiebericht, dass er wohlmöglich Opfer eines Angriffs wurde.

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Cementland verkommt seither weiterhin. 2014 kam es zu einem Brand auf dem Gelände. Bei einem weiteren Lagerhausbrand im Dezember 2016 stürzte ein Dach ein. Wegen Einsturzgefahr ist das Gelände für die Öffentlichkeit geschlossen.

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Dreamland in Nara, Japan

Das Nara Dreamland in Japan war dem kalifornischen Disneyland nachempfunden: viel Pink, viel Rosa, viele Schlösser. 1961 wurde er eröffnet, damals sogar in Zusammenarbeit mit dem Kreativteam des Disneylands. Doch während der Bauarbeiten kam es zum Streit und das Nara Dreamland musste sich eigene Tiere und Maskottchen ausdenken.

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Bis zur Eröffnung des Disneyland in Tokio im Jahr 1983 war der Park sehr beliebt bei Einheimischen und Besuchern – doch danach nahm das Interesse enorm ab. Als 2001 nur rund 40 Kilometer entfernt die Universal Studios in Osaka eröffneten, war es endgültig vorbei mit Dreamland. Am 31. August 2006 wurde der Park geschlossen.

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Inzwischen wurde der Park komplett abgerissen. Doch Videos im Netz erinnern weiterhin an den ehemaligen Lost Place.

Land of Oz in Beech Mountain, USA

Jetzt wird es richtig spooky: Das Land of Oz in North Carolina hat sich nämlich noch eine Seele bewahrt. 40 Jahre nach der Schließung hat der Park plötzlich wieder an wenigen Tagen im Jahr geöffnet – und erweckt Dorothy wieder zum Leben.

1970 wurde der Park nach dem Film „Der Zauberer von Oz“ aufgebaut. Bekannt war er für die Märchenfiguren, ein Schloss und seinen eigenen gelben Pflasterweg. Doch dann starb 1975 der Besitzer und es brach ein Feuer aus. Noch heute hält sich das Gerücht, dass ein Angestellter das Feuer gelegt habe.

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Der Park eröffnete wieder, doch die Besucherinnen und Besucher blieben aus – finanzielle Probleme führten zur Schließung im Jahr 1980. In den vergangenen Jahren jedoch wurden Teile des Parks an wenigen ausgewählten Tagen wieder freigegeben, zusammen mit Dorothy sind einzelne Attraktionen zu sehen. Jährlich findet zudem das Autumn at Oz Festival statt– es ist nach eigenen Angaben eines der weltweit größten Wonderful Wizard of Oz-Events.

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