Kleiner Ort in Österreich

Warum sich ein Winterurlaub in Filzmoos auch abseits der Skipiste lohnt

Bei einer winterlichen Ballonfahrt von Filzmoos aus bieten sich atemberaubende Aussichten auf die verschneite Alpenlandschaft – zum Beispiel auf die Bischofsmütze.

Gerade stand der buntgestreifte Heißluftballon noch auf der großen Hammerwiese am Rand von Filzmoos, im nächsten Moment steigt er auch schon meterhoch darüber. So sachte der Ballon in den Himmel schwebt, so wild klopft das Herz. Aber nicht etwa vor Aufregung, denn sanfter hätte ein Start wohl nicht vonstattengehen können – sondern wegen der besonderen Aussicht, die sich aus dem Korb auf die malerisch verschneite Landschaft und das immer kleiner werdende Dorf bietet.

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„Wir steigen zwei Meter pro Sekunde“, verrät unser Ballonpilot Peter Flaggl während wir auch schon die markante Bischofsmütze hinter uns lassen. Der 48-Jährige muss es wissen. Schon als Kind fuhr er mit seinem Vater Peter in dessen Ballon mit. Den eigenen Ballonschein machte er im Alter von 18 Jahren. Seitdem hat er mehr als 7000 Ballonfahrten absolviert.

Mit Peter Flaggl geht es über die verschneite Alpenlandschaft – der erfahrene Pilot bringt den Ballon auch routiniert wieder zum Stehen.

Internationale Ballonwochen locken jedes Jahr

Ein Termin gehört für den Österreicher jedes Jahr zum Pflichtprogramm: die Internationalen Ballonwochen von Filzmoos, zu der Heißluftballonteams aus der ganzen Welt anreisen. Im Januar 2025 findet sie bereits zum 46. Mal statt. Das Dorf mit seinen rund 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern gilt wegen seiner Lage als idealer Ausgangspunkt für Ballonfahrten. Wird das denn nie langweilig? „Jede Fahrt ist anders“, sagt Flaggl, „man weiß nie, wohin es geht.“

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Uns weht der Wind an diesem Wintermorgen über den Dachstein bis ins Ennstal. Die Aussichten, die sich auf den mit 2995 Metern höchsten Gipfel der Steiermark und die winterliche Berglandschaft darum herum bieten, sind einfach atemberaubend. Als Flaggl für ein paar Minuten die Gasflaschen zudreht und selbst das Fauchen der Flamme verstimmt, herrscht andächtige Stille im Korb. Ein Moment, den wohl niemand der Mitfahrerinnen und Mitfahrer allzu schnell vergessen wird – auch weil es einen Moment dauert, bis Flaggl das Gas wieder entzünden kann.

Sollte auf jeder Bucket List stehen: Eine Ballonfahrt über die winterlichen Alpen.

Auf einer Wiese neben dem kleinen Ort Haus im Ennstal endet unsere Fahrt schließlich beinahe so sanft wie sie angefangen hat. Mit einem leichten Ruckeln setzt der Korb auf dem Schnee auf, wir klettern nacheinander wieder heraus.

Jetzt heißt es mit anfassen, denn der Ballon muss zusammengelegt und mitsamt dem Korb in den inzwischen ebenfalls hier angekommenen Anhänger des Begleitfahrzeuges gehievt werden. Zurück in Filzmoos steht in der warmen Gaststube des Hotels Bischofsmütze die Ballonfahrertaufe auf dem Programm.

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Kulinarische Höhepunkte sind garantiert

Die Ballonfahrt bleibt bei einem Besuch hier im Salzburger Land nicht der einzige Höhepunkt. Der Ort kann auch kulinarische Höhenflüge bieten. Dazu hat sicher auch beigetragen, dass die österreichische Spitzenköchin Johanna Maier hier jahrelang in ihrem mehrfach ausgezeichneten Restaurant Genießerinnen und Genießer willkommen geheißen hat. Heute betreibt sie noch eine Kochschule und ein Feinkostgeschäft (Kirchbichl 6).

Was wäre eine Reise nach Österreich ohne einen Kaiserschmarrn? In Filzmoos schmeckt er vielerorts.

Gutes Essen bekommen Besucherinnen und Besucher in Filzmoos aber noch immer – auch wenn dies vielleicht ein wenig rustikaler ist als das von Maier. Die allseits beliebten Klassiker von Kaspressknödeln über Kasnocken bis zu Kaiserschmarrn sind auf vielen Speisekarten zu finden. Zum Beispiel bei der Pilzstub‘n (Pilzweg 4). Dank ihrer etwas erhöhten Lage auf einem Sonnenplateau nur rund zehn Gehminuten vom Ortskern entfernt, gibt‘s beste Aussichten auf Filzmoos hier gleich dazu.

Traditionsreiche Kost beim kultigen Fiakerwirt

Beim Fiakerwirt Mandlinghof (Fiakergasse 1) steht auch eine heutzutage eher selten gewordene Spezialität in der Karte: In der urigen Gaststube im alten Bauernhaus in der Ortsmitte wird auch Beuschel mit Knödel (12,90 Euro) serviert. Ein sehr herzhaftes Ragout aus Lunge und weiteren Innereien wie etwa Herz oder Nieren in einer säuerlichen Rahmsoße.

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Beim Fiakerwirt Mandlinghof werden in einem alten Bauerhaus in der Ortsmitte von Filzmoos österreichische Spezialitäten serviert.

Eine andere regionale Speise gehört zu den gefragtesten Spezialitäten in der urigen Unterhofalm am Fuß der Bischofsmütze: Fleischkrapfen. Die meist mit Rauchfleisch und anderen Zutaten gefüllten, herzhaften Teigtaschen, die in Fett ausgebacken werden, kommen hier mit Sauerkraut auf den Tisch (16,50 Euro). Danach schmeckt der in der Region typische Zirbenschnaps mit seinem harzigen Aroma besonders gut.

Mit der Kutsche ab auf die Alm

Die Alm rund sechs Kilometer außerhalb von Filzmoos (Hofalmstraße 5) ist entweder bei einer winterlichen Wanderung erreichbar oder auch per Pferdeschlitten. Unsere Fahrt beginnt am frühen Abend kurz nach Einbruch der Dunkelheit beim Fiakerwirt. Kutscher Georg hat die beiden Noriker Lutz und Loretto angespannt.

Die kräftigen Kaltblüter setzen sich in Bewegung und schon geht‘s los. Begleitet vom leisen Klingeln der Glöckchen zuckelt das große Gespann auf die Dorfstraße. Von hier aus biegt es schließlich auf eine Forststraße ab, die von Ende November bis Ende März für den Autoverkehr gesperrt ist.

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Wirkt auch in der Dämmerung wie aus einem Wintermärchen: Filzmoos.

Die Mitfahrenden sind nicht nur in dicke Jacken eingepackt und mit Mützen, Schals und Handschuhen ausstaffiert, sondern auch unter wärmenden Decken eingemummelt. Das ist auch gut so – denn auch wenn es in recht gemächlichem Tempo entlang der Warmen Mandling durch den verschneiten Fichtenwald vorwärts geht, merkt man zumindest an der Nasenspitze ganz genau, dass die Temperaturen noch ein bisschen weiter unter null gefallen sind, als während des sonnigen Nachmittags.

Meeräugl-Quelle ist Kraftplatz

An der Meeräugl-Quelle kommt die Kutsche zum Stehen. „Das ist einer unserer Kraftplätze“, erklärt uns Eva Salchegger. Als Kraftplätze werden Orte bezeichnet, die eine besonders positive Energie haben sollen, die sich auch auf die Besucherinnen und Besucher überträgt. Die Filzmooserin, die 41 Jahre beim hiesigen Tourismusverband gearbeitet hat, kennt sich damit bestens aus. „Viele Einheimische kommen regelmäßig, um sich Wasser aus der Quelle zu holen“, erzählt sie, „das schmeckt auch nach drei Monaten noch.“

Dann geht es auch schon weiter. Denn auch wenn der Kutscher uns mit allerlei Anekdoten zum Lachen bringt und der Blick in den Sternenhimmel die Kutschfahrt wie im Flug vergehen lassen, wird es doch langsam Zeit, sich in der verwinkelten Gaststube der Unterhofalm wieder aufzuwärmen – am Feuer, das im Kamin lodert, oder mit dem Jagertee, den die Wirtin serviert.

Einladend: Die Unterhofalm ist festlich beleuchtet.
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Winterwanderung zur Schwarzen Lacke

Die Meräugl-Quelle ist auch nicht der einzige Kraftplatz, bei dem wir in Filzmoos vorbeischauen. Bei einer Winterwanderung besuchen wir auch die Schwarze Lacke. Nach einer kurzen Fahrt mit der Mooslehen-Seilbahn machen wir uns von der Schwaigalm auf den Weg zur Kleinbergalm. Während unserer Wanderung durch den winterlichen Wald bieten sich auch immer wieder Blicke in die Ferne.

Rund um Filzmoos gibt es viele Strecken, die sich für einen Winterspaziergang lohnen – etwa von der Schwaigalm zur Kleinbergalm.

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir die Schwarze Lacke. Der kleine Moorsee liegt unter einer dichten Schneedecke. Der goldene Wagen, der hier einst von Römern versenkt worden sein soll und dessen Deichsel noch heute an bestimmten Tagen im Jahr zu sehen sein soll, bleibt daher vor uns verborgen. Wem es gelingt den Wagen zu bergen, der soll einer Sage nach, ein Leben lang mit Reichtum gesegnet sein.

Wo die Skifahrerinnen und -fahrer vorbei sausen

Nach weiteren 30 Minuten ist die Kleinbergalm erreicht. Vor deren Tür sausen einige wenige Skifahrerinnen und Skifahrer auf der breiten Piste von rund 1380 Metern Höhe in Richtung Tal hinunter. Denn auch das kann Filzmoos bieten: Allein 20 Pistenkilometer liegen direkt im Gemeindegebiet. Der Ort ist aber auch Teil des Skiverbunds Ski amadé mit insgesamt 760 Pistenkilometern.

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Auf dem Gemeindegebiet von Filzmoos liegen auch 20 Pistenkilometer.

Auf der Rodelbahn zurück ins Tal

Für uns geht es aber auf der anderen Seite des Berges abwärts: auf der 2300 Meter langen Rodelbahn. Schlitten gibt‘s gegen eine geringe Gebühr bei der Alm zum Ausleihen. „Für die Strecke braucht ihr fünf bis 15 Minuten“, sagt Wirt Anton Vierthaler. Er rät uns auch, es zwischendurch ruhig etwa langsamer angehen zu lassen. „Es lohnt sich, die Aussicht zu genießen.“ Na, wenn das kein Grund für Herzklopfen ist. Also, ab auf den Schlitten und auf geht‘s!

Tipps für deine Reise ins Salzburger Land

Anreise: Mit dem Auto ist Filzmoos über die A 10, Abfahrt 60 Eben erreichbar. Von dort sind es zwölf Kilometer in den Ort. Alternativ ist die Anreise per Bahn möglich – etwa nach Pongau, Radstadt oder Bischofshofen. Vor dort geht es weiter per Postbus oder Taxi. Ab Bischofshofen fahren auch Shuttles.

Unterkünfte: Es gibt Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in verschiedenen Preisklassen. Die beste Sicht auf die Hammerwiese bietet sich vom Naturhotel Hammerhof. Auch das Aparthotel Mein Lieblingsplatz liegt nah an der Wiese.

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Attraktionen: Die 46. Internationalen Ballonwochen finden vom 11. bis 25. Januar 2025 in Filzmoos statt. Ein weiterer Höhepunkt ist in jedem Jahr die Nacht der Ballone, 2025 am 11. Januar ab 18 Uhr. Dabei werden die Ballone auf der Hammerwiese zu Musik beleuchtet. Ballonfahrten gibt es bei verschiedenen Anbietern. Die zweistündige Alpenballonfahrt zwischen Dezember und März ist für 298 Euro buchbar.

Pferdeschlittenfahrten zu den Hofalmen und zurück dauern rund dreieinhalb Stunden (inklusive anderthalb Stunden Aufenthalt). Sie sind für 26 Euro pro Person buchbar.

Vom 14. bis 16. März 2025 steht die zweite österreichische internationale Yukigassen-Meisterschaft im Programm. Dabei treten verschiedene Mannschaften bei einer Schneeballschlacht gegeneinander an.

Weitere Informationen: Wer in Filzmoos übernachtet, bekommt die Filzmoos Winter Card, mit der es verschiedene Vergünstigungen und Gratiserlebnisse gibt.

Die Reise wurde unterstützt von Filzmoos Tourismus. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

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