Supermond und Sternschnuppen: An diesen Nächten im November lohnt ein Blick in den Himmel
Der November 2026 verspricht für die Fans von spektakulären Himmelsereignissen wieder ein ganz besonderer Monat zu werden. Dann sollten bei passenden Wetterverhältnissen wieder zahlreiche Naturspektakel über Deutschland zu sehen sein.
Unter anderem wird es einen Supermond geben, die Sternschnuppen der Leoniden und Tauriden lassen vielleicht den ein oder anderen Wunsch wahr werden und zwei Planeten kommen sich sogar außergewöhnlich nahe. Wir verraten, wann und wo du die Himmelsereignisse in Deutschland sehen kannst – und worauf es dabei ankommt.
Übersicht
- Tauriden: Sternschnuppen über Deutschland
- Leoniden: Noch mehr Sternschnuppen
- Mars trifft scheinbar auf Jupiter
- Der Bibermond wird zum Supermond
- Merkur und Uranus zu sehen
- Wo kann man die Himmelsereignisse in Deutschland am besten sehen?
- Tipps: So gelingt die Sternschnuppen-Sichtung
- So machst du gute Fotos von Sternschnuppen
Tauriden: Sternschnuppen über Deutschland
Los geht es um den 4. und 5. November, dann erreichen die sogenannten Südlichen Tauriden ihr Maximum. Die Nördlichen Tauriden folgen eine Woche später, um den 11. und 12. November herum. Bei den Tauriden handelt es sich ähnlich den bekannteren Perseiden um Sternschnuppen, die durch einen jährlich wiederkehrenden Meteorstrom entstehen. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre erzeugen die Teilchen helle Leuchtspuren. Der Name kommt vom Sternbild des Stiers (Taurus), da die Sternschnuppen von der Erde aus betrachtet aus dieser Richtung zu kommen scheinen. Tatsächlich ist das aber nur eine optische Täuschung. Bekannt sind die Tauriden für gelegentliche besonders helle Feuerkugeln.
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Wer die Tauriden beobachten will, sollte rund um Mitternacht, wenn das Sternbild Stier hoch am Himmel steht, besonders aufmerksam sein. Am besten sucht man sich einen dunklen Ort außerhalb der Stadt mit freier Sicht. Wichtig ist, dass sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen können – also zwischendurch nicht immer wieder aufs Handy oder Ähnliches schauen. Meist sind nur wenige Sternschnuppen pro Stunde zu sehen, diese können jedoch außergewöhnlich hell sein.
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Leoniden: Noch mehr Sternschnuppen
Etwas mehr Sternschnuppen pro Stunde dürften die Leoniden in der Nacht vom 16. auf den 17. und vom 17. auf den 18. November bringen. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen jährlichen Sternschnuppenstrom. Die Teilchen des Kometen Tempel-Tuttle dringen mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein und erzeugen die sichtbaren Leuchtspuren. Unter idealen Bedingungen sind bis zu 15 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Ein großer Sternschnuppensturm ist 2026 allerdings nicht zu erwarten. Der Name leitet sich vom Sternbild des Löwen (Leo) ab.
Wer die Leoniden beobachten will, sollte sich nach Mitternacht bis zur Morgendämmerung einen möglichst dunklen Ort außerhalb der Stadt und mit freiem Blick auf den Himmel suchen. Der zunehmende Mond kann zunächst stören, daher sind Beobachtungen in der zweiten Nachthälfte ungefähr zwischen 3 und 6 Uhr am erfolgversprechendsten. Auch hier gilt: Die Augen müssen sich an die Dunkelheit gewöhnen – also am besten 20 bis 30 Minuten in den Nachthimmel schauen, ohne Handy oder andere helle Lichtquellen zu verwenden.
Mars trifft scheinbar auf Jupiter
Zunächst mal eine Klarstellung: Die Planeten kommen sich nicht wirklich näher. Es sieht aber von der Erde so aus. Im November 2026 liegen die Sichtlinien von der Erde zu Mars und Jupiter fast übereinander, ihr scheinbar kleinster Abstand mit rund 1,2 Grad wird am 16. November erreicht. Das sieht optisch so aus, als wären beide Planeten nur rund zwei Vollmonddurchmesser voneinander entfernt – tatsächlich sind sie dagegen Hunderte Millionen Kilometer voneinander entfernt.
Die größte Annäherung findet in den frühen Morgenstunden des 16. November statt. Beide sind mit bloßem Auge zu erkennen: Jupiter leuchtet besonders hell, Mars erscheint rötlich. Am besten lässt sich das Duo vor Sonnenaufgang, etwa 5 bis 6.30 Uhr, beobachten – dazu mit einem Fernglas hoch Richtung Süden schauen. Suche einen Platz ohne große Beleuchtung und mit freiem Blick nach Südosten und Süden. Ein vollkommen dunkler Standort ist in diesem Fall nicht nötig. Starke Bewölkung kann aber ein Problem sein, dann sollte man lieber auf einen Tag davor oder danach ausweichen.
Der Bibermond wird zum Supermond
Den 24. November sollten sich alle Mondfans im Kalender markieren. Dann kommt es wieder zu einem Vollmond, der der Erde besonders nahe steht und deshalb größer und heller als durchschnittlich erscheint – dieses Phänomen bezeichnet man auch als Supermond. Der Vollmond im November wird übrigens teilweise auch Bibermond genannt. Der Name kommt aus Nordamerika und bezieht sich darauf, dass die Biber vor dem Winter ihre Behausungen winterfest machen und dann meist Biberfallen aufgestellt wurden, bevor die Gewässer zufrieren.
Die Vollmondphase wird an diesem Tag in Deutschland schon um 15.53 Uhr erreicht. Der Mond ist auch am Abend beziehungsweise in der Nacht zu sehen. Besonders eindrucksvoll wirkt er jedoch beim Aufgang, wenn er nahe am Horizont steht. Dazu braucht es freie Sicht und möglichst wenig Wolken. Wenn der 24. November bewölkt sein sollte, bietet sich auch der Tag davor oder danach an. Mit bloßem Auge ist der Unterschied zum exakten Vollmond aber kaum auszumachen.
Merkur und Uranus zu sehen
Rund um den 21. November ist der Merkur kurz vor Sonnenaufgang tief über dem Ostsüdosthorizont gut zu sehen. Üblicherweise ist der sonnennächste Planet von der Erde aus häufig schwer zu entdecken. Ein freier Horizont ist bei der Wahl des Standortes jedoch entscheidend. Merkur sollte auch nicht mit der Venus verwechselt werden, die am Morgenhimmel auch hell zu sehen ist.
Uranus erreicht in der Nacht vom 25. auf den 26. November seine größte Helligkeit des Jahres. Weil er dann von der Erde aus gesehen der Sonne gegenübersteht, ist er die ganze Nacht über sichtbar. Mit einem Fernglas oder Teleskop lässt sich der blass blaugrüne Planet im Sternbild des Stiers am besten finden.
Wo kann man die Himmelsereignisse in Deutschland am besten sehen?
Besonders für die Sternschnuppen empfiehlt es sich, möglichst dunkle Orte aufzusuchen. Auch abseits der hell erleuchteten Großstädte gibt es in Deutschland Orte, an denen sich der Sternenhimmel besonders eindrucksvoll beobachten lässt. Teilweise sind die Gebiete sogar als „Dark Sky Parks“ von der International Dark Sky Association (IDA) ausgezeichnet – ein Prädikat für besonders dunkle Nachthimmel.
1. Insel Spiekeroog
Die Nordseeinsel Spiekeroog zählt laut der International Dark Sky Association (IDA) zu den Orten mit besonders dunklem Nachthimmel in Deutschland. Ein Astronom verglich die Bedingungen im Gespräch mit dem „Spiegel“ sogar mit denen im australischen Outback. Beste Voraussetzungen also, um Sterne und Sternschnuppen zu beobachten.
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Zur vollständigen AnsichtDafür gibt es auf der Insel eigens ausgewiesene Plätze: Der sogenannte Dunkelort liegt zwischen den Dünen unterhalb des Utkiekers. Am „Sternenkieker-Ort“ nahe dem Hundestrand laden zwei Holzliegen dazu ein, den Blick entspannt in den Nachthimmel zu richten. Wer mehr über die Himmelsphänomene erfahren möchte, kann zudem an Sternenspaziergängen teilnehmen, die vom Nationalpark angeboten werden.
2. Insel Pellworm
Auch die nordfriesische Insel Pellworm trägt die Auszeichnung als Sterneninsel. Dank der dünnen Besiedlung und der geringen Lichtverschmutzung stehen die Chancen gut, hier einen klaren Blick auf den Sternenhimmel zu erhaschen.
Für die Himmelsbeobachtung gibt es an mehreren Stellen sogenannte Sternengucker-Bänke, die zum entspannten Blick nach oben einladen. Sie stehen an der Badestelle Hörn, am Abenteuerspielplatz Kaydeich und am Pellwormer Angelteich. Wer von hier aus Sternschnuppen zählen möchte, sollte sich rechtzeitig einen Platz sichern. Dann lockt das Himmelsschauspiel besonders viele Sternenguckerinnen und Sternengucker auf die Insel.
3. Westhavelland
Der Naturpark Westhavelland in Brandenburg wurde 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) als erster Sternenpark Deutschlands ausgezeichnet. Obwohl er nur rund 70 Kilometer von Berlin entfernt liegt, zählt er zu den dunkelsten Regionen des Landes. Bei klarem Himmel entfaltet sich hier ein beeindruckendes Sternenmeer: Bis zu 3000 Sterne lassen sich dann mit bloßem Auge erkennen.
Im weitläufigen Naturpark gibt es mehrere ausgewiesene Beobachtungsplätze, von denen aus sich der Nachthimmel besonders gut erkunden lässt. An zwei Standorten ist sogar Camping möglich – ideal für alle, die den Sternenhimmel bis in die Nacht hinein genießen möchten. Wer das Erlebnis mit fachkundiger Begleitung verbinden will, findet im Veranstaltungskalender des Sternenparks zudem Angebote rund um die Himmelsbeobachtung.
4. Eifel
Nur rund 65 Kilometer von Köln entfernt eröffnet sich im Nationalpark Eifel ein Sternenhimmel, der in Nordrhein-Westfalen Seltenheitswert hat. An mehreren ausgewiesenen Sternenblicken lassen sich bei klarem Wetter Sterne und Sternschnuppen beobachten.
Doch auch abseits der Sternschnuppenzeiten lohnt sich der Blick nach oben: In dunklen Nächten wird mit etwas Glück sogar die Milchstraße sichtbar. Wer tiefer in die Geheimnisse des Nachthimmels eintauchen möchte, kann an geführten Sternenwanderungen des Nationalparks teilnehmen oder eine Veranstaltung der Sternwarte Vogelsang besuchen.
5. Mecklenburgische Seenplatte
Die Mecklenburgische Seenplatte zählt zu den dunkelsten Regionen Deutschlands – beste Voraussetzungen, um den Sternenhimmel fernab künstlicher Lichtquellen zu erleben. Anfang 2026 erhielt auch der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide die Auszeichnung „Dark Sky Park“.
Wer den Nachthimmel erkunden möchte, kann im Informationszentrum Karower Meiler Ferngläser und Sternenkarten ausleihen. Bei Veranstaltungen wie der Sternschnuppennacht bieten sich zudem Gelegenheiten, Himmelsphänomene durch ein Teleskop zu beobachten.
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Zur vollständigen AnsichtAuch auf eigene Faust lässt sich der Sternenhimmel entdecken: Neun eigens eingerichtete Sternenbeobachtungsplätze laden dazu ein, es sich auf hölzernen Doppelliegen bequem zu machen und mithilfe von Sternenkarten und Informationstafeln die Weiten des Universums zu erkunden. Umgeben von Seen, Wäldern und weitläufigen Landschaften wird die Nacht hier zu einem besonderen Naturerlebnis.
6. Schwarzwald
Der Schwarzwald macht seinem Namen alle Ehre: Abseits beleuchteter Orte bieten sich hier beste Bedingungen, um den Sternenhimmel zu beobachten. Besonders eindrucksvoll ist das Schauspiel auf dem rund 1500 Meter hohen Feldberg. Auch vom Schauinsland und vom Kandel reicht der Blick bei klarem Wetter weit über den Nachthimmel.
Ein weiterer Geheimtipp für Sternegucker ist der Hachteler See bei Bad Mergentheim. Die geringe Lichtverschmutzung sorgt dafür, dass es rund um den See besonders dunkel wird – ideale Voraussetzungen für die Himmelsbeobachtung. Auch Astrofotografen haben das Gebiet längst für sich entdeckt.
7. Bayerische Alpen
Im Süden Deutschlands bieten vor allem die höher gelegenen und dünn besiedelten Regionen ideale Voraussetzungen, um den Sternenhimmel zu beobachten. Ein beliebter Anlaufpunkt ist der Sternenpark Winklmoosalm bei Reit im Winkl. Bei klarem Himmel lassen sich dort bis zu 6000 Sterne entdecken – ein besonders eindrucksvolles Schauspiel während eines Sternschnuppenschauers. Regelmäßige astronomische Führungen bieten zusätzliche Einblicke in die Welt über unseren Köpfen.
Wer den Nachthimmel lieber in Eigenregie erkundet, findet auf der Ratzinger Höhe am Chiemsee einen geeigneten Beobachtungsplatz. Dort laden eigens aufgestellte Sternenliegen dazu ein, es sich bequem zu machen und den Blick ungestört in die Weiten des Universums schweifen zu lassen.
Tipps: So gelingt die Sternschnuppen-Sichtung
Fernglas und Teleskop bleiben am besten zu Hause, denn mit bloßem Auge lässt sich das Schauspiel besonders gut verfolgen. Wichtig ist vor allem ein möglichst dunkler Beobachtungsplatz. Die Augen benötigen etwa 15 bis 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Helles Smartphone-Licht, Taschenlampen und Autoscheinwerfer können diese Anpassung stören. Wer unterwegs Licht benötigt, greift deshalb am besten zu einer Taschenlampe mit Rotlichtfunktion.
Da sich das Warten über mehrere Stunden erstrecken kann, sollte auch der Komfort nicht zu kurz kommen. Eine Liege oder Isomatte sorgt für eine entspannte Beobachtung, während warme Kleidung, eine Decke und ein heißes Getränk vor der nächtlichen Kälte schützen.
So machst du gute Fotos von Sternschnuppen
Wer Sternschnuppen fotografieren und den flüchtigen Moment festhalten möchte, benötigt etwas Vorbereitung und die passende Ausrüstung. Mit diesen Tipps steigen die Chancen auf gelungene Aufnahmen:
- Stativ: Es sorgt dafür, dass die Kamera auch bei längeren Belichtungszeiten ruhig bleibt.
- Weitwinkelobjektiv: Ein großer Bildausschnitt erhöht die Chance, eine Sternschnuppe einzufangen.
- Fernauslöser oder Selbstauslöser: So werden Verwacklungen beim Auslösen vermieden.
- Offene Blende: Werte wie f/2.8 oder f/3.5 lassen viel Licht auf den Sensor.
- Lange Belichtungszeit: Etwa 15 bis 30 Sekunden sind ein guter Ausgangspunkt. Serien- oder Intervallaufnahmen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Treffers.
- ISO-Wert: Einstellungen zwischen 800 und 1600 können helfen, auch lichtschwache Sternschnuppen sichtbar zu machen.
Auch mit dem Smartphone lassen sich Aufnahmen des Nachthimmels machen. Dafür eignet sich der Nacht- oder Astrofotografiemodus, sofern das Gerät einen solchen bietet. Er ermöglicht längere Belichtungszeiten, um mehr Licht einzufangen. Ein Stativ ist auch hier empfehlenswert, damit die Bilder nicht verwackeln.
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