Ein argentinischer Schubser hilft: Wie Ferran Torres Spanien zum Weltmeister macht
Hannover. Es sind Momente, in denen Spieler zu nationalen Helden werden. Und es ist ein Tor, das das Leben eines Spielers für immer prägt. Ferran Torres erlöst die Spanier nach 19 Torschüssen in der 106. Minute. Am Ende leistet sogar ein Argentinier Beihilfe – wenn auch unfreiwillig.
Im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft krönt sich Spanien gegen Argentinien zum Weltmeister. Nach einem langen Abnutzungskampf heißt es: Flanke, Ablage und Tor. Die Erlösung. Der Titel. Der Spielzug des Tages.
Behinderung wird zur Beihilfe
Gerade ist die Partie zur 2. Halbzeit der Verlängerung angepfiffen worden. Wie im oberen Bild zu sehen, rollt der spanische Angriff über Lamine Yamal (Nummer 19, rot). Er passt den Ball zu seinem Nebenmann, Rechtsverteidiger Pedro Porro (12, rot). Der schlägt sofort die Flanke in den Strafraum.
Dort kommt der eingewechselte Nico Williams (17, rot) eingelaufen. Eigentlich kommt die Flanke einen Tick zu weit für den 24-Jährigen. Doch sein Gegenspieler Nahuel Molina (26, blau) schubst Williams noch leicht in Richtung der Torauslinie. Was als Behinderung gedacht war, wird zur Hilfe für Williams. Denn durch die Beschleunigung des kleinen Stoßes erwischt er den Ball noch mit dem Kopf, bevor das Spielgerät ins Aus fliegen kann. Wie im unteren Bild zu sehen, legt er ihn zurück in den Strafraum.
Ein Torres schießt das Final-Tor – das gab es schon mal
Dort wartet Ferran Torres (7, rot), der sträflich frei steht. Haben die Argentinier ihn nicht gesehen? Oder waren Sie nach über 105 Minuten und in Unterzahl doch einfach nur zu müde, um mitzulaufen? Torres wird es egal gewesen sein. Er drischt den Ball ansatzlos in die Maschen und erlöst die Iberer.
Ein Torres, der ein Finale entscheidet – das gab es schon mal. Im Finale der Europameisterschaft 2008 schießt Fernando Torres die Spanier gegen Deutschland zum Titel. 16 Jahre später tritt sein Namensvetter Ferran Torres in die Fußstapfen seines Landsmannes.
Die Argentinier dürften sich angesichts der Art und Weise, wie das Tor des Tages entstanden ist, besonders ärgern: Ihr Ehrgeiz, bei diesem Turnier immer an der Grenze des Erlaubten oder sogar etwas darüber hinaus, zu agieren, fällt ihnen am Ende auf die Füße, weil ein Schubser Spanien überhaupt die Möglichkeit einräumt, am Ball zu bleiben.
Am Ende krönt sich Spanien zum Weltmeister, gewinnt die erste WM mit 48 Teilnehmern. Es ist ein Abschluss mit Wumms - im doppelten Sinne.