Olympische Segelwettbewerbe: Bewerber München setzt nach 1972 erneut auf Kiel
München/Kiel. Kiel ist weiter im Rennen um die Olympischen und Paralympischen Segelwettbewerbe. Bis gestern Abend um 23.59 Uhr mussten sich die drei Bewerberstädte München, Köln-Rhein-Ruhr und Berlin auf einen der beiden Segelstandorte Kiel oder Rostock-Warnemünde festlegen. Während Berlin auf Rostock-Warnemünde setzt und Rhein-Ruhr bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe keine offizielle Entscheidung kommunizierte, gab die bayerische Metropole am Montagvormittag bekannt: Es soll die Fördestadt werden. Bereits am Freitag hatten sich sechs Seglerverbände, die zusammen 75 Prozent der Seglerinnen und Segler in Deutschland ausmachen, für das Revier in Kiel ausgesprochen.
„München und Kiel haben 1972 gemeinsam Olympia-Geschichte geschrieben, jetzt wollen wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit neu aufleben lassen“, erklärte Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Laut Krause würde beide Städte viel verbinden: Neben dem großen Rückhalt in der Bevölkerung für Sport sei dies vor allem die Erfahrung bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen, eine starke Wirtschaft und vor allem „ein gelebtes, nachhaltiges olympisches Erbe“. „Mit Kiel und Schleswig-Holstein haben wir einen tollen Partner im Norden, der unsere Münchner Olympiabewerbung hervorragend ergänzt“, erklärte Münchens OB weiter.
Daniel Günther verspricht „volle Unterstützung aus dem Norden“
An der Kieler Förde sorgte die Entscheidung für große Freude. „München und Kiel – hier kommt zusammen, was zusammengehört. Dass München sich für Kiel als Segelstandort entschieden hat, ist eine großartige Nachricht für Schleswig-Holstein“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). München habe bei seiner Bewerbung die volle Unterstützung aus dem Norden. „Wir hoffen, dass München den Zuschlag bekommt, und wollen das größte Sportereignis der Welt gemeinsam nach Deutschland holen – mit einer klaren Mehrheit und ganz viel Rückenwind der Menschen in München und Kiel“, so Günther weiter.
Servus und Moin zu Olympia. München und Kiel sind ein perfektes Match.
Markus Söder
Ministerpräsident Bayern
Auch Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne) freut sich über die erneute Zusammenarbeit nach 1972. „München und Kiel haben schon einmal sehr gut zusammengearbeitet und gemeinsam großartige Olympische Spiele organisiert“, sagte Yilmaz. „Nach den Regatten von 1972 lobte der Präsident des Weltsegelverbands: ‚Do it like in Kiel.‘ Gern möchten wir beweisen: Kiel.Sailing.City ist die internationale Benchmark für eine hervorragende Wettkampf-Organisation im Segelsport, Kiel ist erste Wahl als deutscher Olympia-Segelstandort.“
Entscheidung über deutschen Olympia-Bewerber am Sonnabend
„Servus und Moin zu Olympia. München und Kiel sind ein perfektes Match“, kommentierte derweil Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Entscheidung der Landeshauptstadt. Beide Standorte stünden für hohe Qualität und internationale Strahlkraft. „Kiel ist eine Top-Adresse im Segeln und München ist eine der weltweit besten Sportstädte überhaupt. Das ist der perfekte Doppelpass in der deutschen Olympiabewerbung“, so Söder weiter. München und Kiel böten das beste Gesamtpaket für international erfolgreiche Spiele.
Neben München bewerben sich beim DOSB noch die Region Rhein-Ruhr und Berlin für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele für die Jahre 2036, 2040 und 2044. Die endgültige Entscheidung über den deutschen Bewerber fällt am Sonnabend, 26. September, in Baden-Baden.