Die Akte „Weserleiche“: Historie eines der grausigsten Verbrechen im Landkreis Nienburg

Balge, Verden. Im April 2020 wird die 19-Jährige getötet und in der Weser „entsorgt“. Nach mehr als 30 Verhandlungstagen fällt im Oktober 2021 ein Urteil. Die Täter kommen mit geringen Haftstrafen davon, weil das Gericht keinen Mord und auch keinen Totschlag sieht, sondern den Haupttäter wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Für die Staatsanwaltschaft ein (viel) zu mildes Urteil. Die Staatsanwältin hatte lebenslange Freiheitsstrafen gefordert.
Sie legt Revision ein. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestätigt das Urteil, weist das Verfahren wegen des Strafmaßes aber zurück an das Landgericht Verden – welches die Strafen leicht reduziert. Bis zu diesem Punkt ist viel passiert - eine Zusammenfassung.
Der zeitliche Ablauf
29.04.2020 - Frauenleiche in der Weser gefunden
Im Schleusenkanal bei Balge ist eine weibliche Leiche entdeckt und von Rettungskräften aus der Weser geborgen worden. Die Nienburger Polizei und die Staatsanwaltschaft Verden gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Eine Mordkommission an der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg wird eingerichtet. Die Identität der Frau ist nach Angaben von Verdens Oberstaatsanwalt Marcus Röske unbekannt.

30.04.2020 - Frauenleichenfund: Weitere Untersuchungen laufen
Die Mordkommission nimmt ihre Arbeit auf, die Identität des Opfers ist noch unbekannt. Die Hinweise auf eine Gewalttat verdichten sich
06.05.2020 - Mordkommission auf Spurensuche
In Balge suchen Taucher der Polizei erneut nach Beweisen für Gewaltverbrechen. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen seien laut Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen.
14.05.2020 - Tote aus dem Schleusenkanal war erst 19 Jahre alt
Bei der Frauenleiche handelt es sich um die 19-jährige Andrea K. aus Schöningen im Landkreis Helmstedt. Die Behörden gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Es gibt Hinweise darauf, dass das Opfer möglicherweise Kontakte zum Rotlichtmilieu in Hannover sowie ins Bremer Umland hatte.
19.05.2020 - Mordkommission erhält weniger Hinweise als erhofft
Die Ermittlungen im Fall Andrea K. laufen auf Hochtouren. Wenig Hinweise gibt es jedoch darauf, wo die junge Mutter vor ihrem Tod gewesen ist.
08.06.2020 - In Nienburg als Prostituierte gearbeitet?
Offensichtlich war die junge Frau aus Schöningen im Landkreis Helmstedt öfters in Nienburg und ist in der Stadt auch der Prostitution nachgegangen. Die Untersuchungen zur Todesursache dauern noch an, es gibt aber erste rechtsmedizinische Ergebnisse.
26.06.2020 - Ermittlungen konzentrieren sich aufs Rotlichtmilieu
Im Mordfall Andrea K. konzentrieren sich die Ermittlungen der Nienburger Mordkommission auf das Rotlichtmilieu. Die Täter, mindestens zwei Männer, seien dem Rotlichtmilieu zuzuordnen. Das Opfer sei laut Staatsanwaltschaft lebend mit einer Steinplatte beschwert in der Weser versenkt worden.
10.07.2020 - Mordfall Andrea K.: Mehrere Festnahmen
Die Mordkommission „Anker“ der Nienburger Polizei hat nach dem brutalen Mord an der 19-jährigen Prostituierten Andrea K. mehrere Tatverdächtige im Alter von 40, 39 und 21 Jahren - unter anderem in Nienburg - festgenommen.
13.07.2020 - Familienvater zuhause festgenommen
Im Mordfall Andrea K. hat die Mordkommission „Anker“ einen 40-jährigen Nienburger als Haupttatverdächtigen ermittelt. Die Beamten nahmen den Mann in seinem Wohnhaus im Nordertor fest. Ebenfalls festgenommen wurden seine 39-jährige Lebensgefährtin, ein 21-Jähriger in Loxstedt im Landkreis Cuxhaven sowie ein 53-jähriger Mann aus Nienburg.

14.07.2020 - Fünfte Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß
Im Zusammenhang mit dem Mord an Andrea K. sitzen vier Verdächtige in Untersuchungshaft. Eine 25-Jährige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt, weil gegen sie kein hinreichender Tatverdacht bestehe.
4.08.2020 - Mordverdächtiger soll auch Dealer sein
Als Hauptverdächtiger gilt der 40-jährige Nienburger. Ihm soll die junge Mutter von dem 21-Jährigen angeboten worden sein. Der junge Mann soll seine einstige Partnerin zur Prostitution gezwungen und sie auch mit Drogen versorgt haben. Zum Streit soll es gekommen sein, weil die junge Mutter aus der Prostitution habe aussteigen wollen. Gegen den Hauptverdächtigen wird ein gesondertes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge geführt.
16.09.2020 - Mordfall Andrea K.: Zwei sprechen, einer schweigt
Während die Mordkommission „Anker“ umfangreiches Beweismaterial auswertet. haben zwei der drei weiterhin in Untersuchungshaft sitzenden Tatverdächtigen nach Angaben der Staatsanwaltschaft ihr Schweigen gebrochen. Der dritte Beschuldigte schweigt zu den Tatvorwürfen.
5.11.2020 - Zuhälter von Andrea K. angeklagt
Ein 21 Jahre alter Zuhälter von Andrea K. muss sich vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Verden verantworten. Die Staatsanwaltschaft Verden hat Anklage gegen den Mann sowie einen 26-jährigen Mann aus dem Heidekreis erhoben, der dem Zuhälter geholfen haben soll. Die beiden Männer haben nach den Ermittlungen nichts mit der Tötung der jungen Frau zu tun, wie Staatsanwalt Martin Schanz auf Anfrage mitteilte.
24.11.2020 - Mordanklage gegen drei Nienburger
Die Staatsanwaltschaft Verden hat im Mordfall Andrea K. Anklage zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden gegen zwei Männer und eine Frau aus Nienburg erhoben. Den 40- und 53-jährigen Männern sowie der 39-jährigen Frau werden Mord und Zwangsprostitution sowie weitere Straftaten zur Last gelegt.
9.12.2020 - Geschlagen, geknebelt, gewürgt
Nun müssen sich die drei mutmaßlichen und in Untersuchungshaft sitzenden Mörder von Andrea K. zwei Tage vor Heiligabend vor der 1. Großen Schwurgerichtsstrafkammer des Landgerichtes Verden wegen versuchten Mordes verantworten. Die Kammer hat die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen. Verhandelt werden soll am 22. Dezember von 9 Uhr an in der Verdener Stadthalle.

21.12.2020 - Prozess kann noch nicht beginnen
Das für den morgigen Dienstag angesetzte Gerichtsverfahren gegen drei Angeklagte im Alter von 39 bis 53 Jahren wegen Mordes an Andrea K. wird verschoben. Einer der Angeklagten sei „lebensgefährlich erkrankt“, teilte Landgerichtspressesprecher Sauer mit.
29.12.2020 - Junge Mutter für 2000 Euro verkauft
Zwei 21 und 26 Jahre alte Männer müssen sich vor der 3. Großen Jugendkammer des Landgerichts Verden verantworten. Den beiden Männern wird vorgeworfen, die damals 19-jährige Andrea K. zur Zwangsprostitution genötigt zu haben. Zudem sollen die beiden Männer die junge Schöningerin im Frühjahr dieses Jahres für 2000 Euro an zwei Nienburger (40, 53) verkauft haben.
5.01.2021 - Das traurige Leben der Andrea K.
Der 21-jährige Hauptangeklagte, gebürtiger Nienburger, und sein der Beihilfe angeklagter 26-jähriger Freund aus Rethem zeigten sich im Nebenprozess zum Weser-Mord in Balge geständig. Eine langjährige Freundin von Andrea K. sagte als Zeugin aus.

19.01.2021 - Anklage lautet jetzt auf „Menschenhandel“
Wendung im Nebenprozess zum Weser-Mord: Den beiden jungen Männern, die im vom Hauptprozess abgetrennten Verfahren zunächst wegen Zwangsprostitution angeklagt worden waren, sollen nun wegen Menschenhandel beziehungsweise Beihilfe dazu belangt werden.
29.01.2021 - „Eine abgrundtief fiese, miese Tat“
Die Staatsanwältin fordert Haftstrafen in Höhe von viereinhalb Jahren beziehungsweise anderthalb Jahren für die zwei jungen Männer, die Andrea K. an Zuhälter verkauft haben. „Das war eine abgrundtief fiese, miese Tat“, sagt die Staatsanwältin.
8.02.2021 - 19-Jährige ertränkt: Angeklagte schweigen
Prozessauftakt in Verden: 40 Zeugen sollen an 24 Verhandlungstagen aussagen. Der Anklage zufolge wollten sich die beiden 40 und 53 Jahre alten Männer „als Zuhälter etablieren“. Als sie erkannten, dass sich ihr psychisch krankes Opfer nicht als „Sexsklavin“ vermarkten ließ, sollen sie zusammen mit der 39 Jahre alten Lebensgefährtin des 40-Jährigen die „Entsorgung“ des Opfers beschlossen haben.

10.02.2021 - Mit Stromkabel an Betonplatte gefesselt
Am zweiten Verhandlungstag sind die ersten Zeugen gehört worden. Eine Polizeihauptkommissarin der Wasserschutzpolizei, die vorher lange im Bereich der Spurensicherung der Nienburger Polizei tätig war, äußerte sich zur Bergung der Leiche.
23.02.2021 - Sie wollte „nur ein normales Leben“
Die Angeklagten, zwei 40 und 53 Jahren alte Männer sowie die 39-jährige frühere Lebensgefährtin des 40-Jährigen, schweigen auch am dritten Verhandlungstag weiter. Zwei Zeugen erhellten die Lebensumstände der Ertränkten: Ihre 50-jährige, ehemalige Berufsbetreuerin aus Magdeburg und ihre ehemals beste Freundin, eine 18-jährige Verkäuferin aus Schöningen.
26.02.2021 - Wegen Menschenhandel ins Gefängnis
Der 21-jährige gebürtige Nienburger, der sich seit Jahresbeginn vor der Jugendkammer des Landgerichts Verden zunächst wegen Zwangsprostitution verantworten musste, ist wegen Menschenhandel zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Zudem soll er wegen seiner Drogensucht in eine Entziehungsanstalt. Sein Mittäter, ein 26-Jähriger aus Rethem, erhält eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.
04.03.2021 - Der ehemalige Zuhälter sagt als Zeuge aus
Der wegen Menschenhandels verurteilte 21-jährige ehemalige Nienburger schildert die Übergabe des 19-jährigen späteren Mordopfers an den 40-jährigen Hauptangeklagten.

16.03.2021 - „Ein ganz normales Mädchen“
„Sie war ein ganz normales Mädchen. Vielleicht nicht die Schlaueste, aber man konnte sich ganz normal mit ihr unterhalten“, so schildert der 26-jährige Zeuge aus Rethem seine erste Begegnung mit Andrea K.
18.03.2021 - „Da gibt es jemanden nicht mehr“
Der „Nennbruder“ des 40-jährigen Hauptangeklagten sagt aus. Er schildert, wie der Hauptangeklagte am 9. oder 10. April vergangenen Jahres zu ihm nach Hoya gekommen sei mit zwei oder drei großen, blauen Schwerlast-Müllsäcken und diese in seine Feuertonne warf. Er übergoss sie mit Benzin und zündete sie sofort an. Auf seine Fragen, was denn darin wäre, erhielt der Zeuge keine eindeutige Antwort, lediglich „Das ist egal, das brauchst du nicht zu wissen“.
25.03.2021 - Zeugen beschreiben das verwüstete Hotelzimmer
Als „einen der kompliziertesten Fälle in meiner Richterlaufbahn“ bewertet Richter Volker Stronczyk den Prozess. Die Betreiber des mexikanischen Restaurants aus Nienburg kommen zu Wort. Die beiden 47-Jährigen hatten dem Hauptangeklagten 40-Jährigen zweimal Hotelzimmer über dem Restaurant vermietet.
26.04.2021 - Mordprozess: Kein Mensch, nur eine Ware
Das Gericht nimmt stundenlange Videosequenzen in Augenschein, die der Hauptangeklagte selbst seinerzeit – wenige Tage nach dem mutmaßlichen Mord – in seiner Garage aufgenommen hatte. Damit wollte er den Besuch des Onkels des früheren 21-jährigen Zuhälters der Getöteten dokumentieren.

03.05.2021 - Zeuge wegen Falschaussage belangt
In der Verhandlung reißt der Geduldsfaden der Staatsanwältin. Ein Zeuge macht gänzlich andere Aussagen als noch bei der polizeilichen Vernehmung. „Sie belügen uns ohne Anstand“, sagt die Staatsanwältin. Wie die letzten Stunden des 19-jährigen Opfers in vermeintlicher „Freiheit“ aussahen, schilderte im Anschluss ihr vermutlich letzter Freier.
06.05.2021 - Mordprozess: Böller ins Auto geworfen und so Spuren vernichtet?
Die Auswertung von Handydaten der Angeklagten stand im Vordergrund des elften Verhandlungstages. Bei den Sprachnachrichten, die teilweise im Original im Gerichtssaal abgespielt wurden, war auf einer Datei aus der Nacht des 8. April 2020 unter anderem das Kreischen einer Frau im Hintergrund zu hören.
25.05.2021 - 19-Jährige bei Balge in Weser ertränkt: Das Erwürgen funktionierte nicht
Eine 29-jährige Ex-Freundin des 53-jährigen Angeklagten sagt aus und beschuldigt den 41-jährigen Angeklagten. Sie will die später getötete 19-Jährige in der Garage des ebenfalls angeklagten Paares in Nienburg gesehen haben. Ihr Freund habe ihr berichtet, dass der 41-Jährige die 19-Jährige gewürgt und in die Weser geworfen habe.
1.06.2021 - Weserleichen-Prozess: Laut Gutachter ist das Opfer ertrunken
Nach sieben Stunden Verhandlung ist die Sache für die Gutachter und die Staatsanwältin eigentlich klar: Die 19-Jährige Andea K., die vermutlich am 9. April 2020 im Schleusenkanal der Weser bei Balge an eine Betonplatte gefesselt und versenkt wurde, ist ertrunken.
3.06.2021 - Balge-Mord: Richter verweist auf den „Jauchegrubenfall“
In einem bemerkenswerten Rechtsgespräch erklärte Volker Stronczyk, Vorsitzender Richter der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Verden, den Prozessbeteiligten und auch den Zuhörern, warum „ein lebendiges Reinwerfen in die Weser sich rechtlich zugunsten der Angeklagten auswirken“ könnte. Eine der Strafverteidigerinnen war nach den Ausführungen des Richters so perplex, dass sie um eine Pause bat.
10.06.2021 - Weserleichen-Prozess: Angeklagte als „feine Kerle“ geschildert
Ein 55-jähriger Zeuge schildert davon gewusst zu haben, dass der Hauptangeklagte „für eine Bekannte ein Zimmer gesucht“ habe. Darin hätte die junge Frau der Prostitution nachgehen sollen. Den damals 40-Jährigen habe er als „feinen Kerl“ wahrgenommen; auch über den 53-jährigen Angeklagten könne er „nichts anderes sagen“.
29.06.2021 - Weserleichen-Prozess: Opfer laut Gutachter schwer krank
Die vom Landeskriminalamt angeforderte Untersuchung von Haarproben ergab, dass die 19-Jährige THC und Kokain konsumiert hatte sowie weitere Drogen und Medikamente. Zum Todeszeitpunkt stand sie aber vermutlich nur unter dem Einfluss von THC (Cannabis). Ein psychiatrischer Sachverständige erklärt, das Opfer habe an paranoider Schizophrenie gelitten.
4.08.2021 - Fall „Weserleiche“: Experte: Opfer ist ertrunken
Der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin Frankfurt soll die Frage aufklären, ob das Opfer ertrunken ist oder möglicherweise schon tot war, als die Angeklagten es Anfang April 2020 mit einem Kabel an eine Betonplatte fesselten und im Schleusenkanal der Weser bei Balge versenkten
06.08.2021 - Psychiatrischer Gutachter hält alle Angeklagten im Mordfall „Weserleiche“ für voll schuldfähig
Gutachters Dr. Norbert Leygraf, Facharzt für Psychiatrie hatte den 53-Jährigen zu Untersuchungszwecken befragt (exploriert), ebenso wie die Lebensgefährtin. Der Hauptangeklagte hatte dies verweigert. Allen drei Angeklagten bescheinigte der Sachverständige durchschnittlichen Intellekt und keinesfalls Schuldunfähigkeit oder schuldmindernde Umstände.
28.08.2021 - Weserleichen-Prozess: Grausame Tat nachgestellt
Ein Sachverständiger und ein Polizeikommissar werden gehört. Es geht um die Herkunft der Betonplatte und ob es ein, zwei oder drei Personen gebraucht hat, um das 19-jährige Opfer an die Platte zu fesseln und über ein Brückengeländer bei Balge in die Weser zu werfen.
10.09.2021 - Gibt es einen unbekannten Mörder?
Nach 27 Verhandlungstagen in dem Weserleiche-Mordprozess wird alles immer unübersichtlicher und die Stimmung zunehmend gereizter. Neben einer Vielzahl weiterer Anträge haben Verteidigung und Staatsanwaltschaft beantragt, den Prozess auszusetzen. Sollte das Gericht dem nachkommen, müsste dieser noch einmal von vorn beginnen.
1.10.2021 - „Weserleiche“: Jetzt soll schnell ein Urteil fallen
Fortsetzung des Prozesses nach drei Wochen Pause. Die drei Angeklagten aus Nienburg erwartet voraussichtlich schon am Mittwoch, 6. Oktober, ihr Urteil. Am Montag, 4. Oktober, sollen bereits die Plädoyers gehalten werden. Die 1. Große Strafkammer hat die Beweisaufnahme abgeschlossen
18.10.2021 - Weserleichenprozess: Staatsanwaltschaft geht von „versuchtem Mord durch Unterlassen“ aus
Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt fordert vor der ersten großen Strafkammer dreimal lebenslänglich für die Angeklagten aus Nienburg wegen versuchten Mordes durch Unterlassen. Sie sagt: „Ich habe vor dieser Kammer noch nie eine so abscheuliche Tat verhandelt.“

21.10.2021 - Haftstrafen im Fall „Weserleiche“
Im „Mordprozess „Weserleiche“ ist heute vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden das Urteil gefallen. Zahlreiche Medienvertreter und Zuhörer waren vor Ort und hatten mit Spannung das Urteil erwartet. Das fiel weit unter die Forderungen der Staatsanwältin, die lebenslange Freiheitsstrafen für alle drei Angeklagten gefordert hatte.
27.10.2021 - „Weserleichen“-Prozess: Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt
Die Staatsanwaltschaft Verden hat Revision gegen das „Weserleichen“-Urteil eingelegt. Am letzten Verhandlungstag hatte Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt das schon in der Stadthalle Verden anklingen lassen. Das Verfahren wegen des Handels von Betäubungsmitteln gegen den Hauptangeklagten ist eingestellt worden.
13. Mai 2023 - Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestätigt das Urteil. Der Freispruch vom Vorwurf des Mordes hat Bestand. Der BGH weist das Verfahren wegen des Strafmaßes dennoch zurück an das Landgericht Verden.
27. November 2023 - Der Prozess am Landgericht Verden beginnt. Verhandelt wird einzig das Strafmaß.
12. Dezember 2023 - Die Verdener Richter sprechen ihr Urteil. Die Freiheitsstrafen wurden leicht reduziert – eine Strafaussetzung zur Bewährung kam aus Sicht der 10. Großen Strafkammer angesichts dessen, was dem Opfer an Leiden zugefügt worden sei, nicht in Betracht-
DH
